(Alpha)
Weil der Waschzettel explizit und mit massivem name-dropping darauf hinweist, dass der Großteil der hier zu hörenden Klavierwerke auf einem "vertikalen Konzertflügel von David Klavins (aus der Sammlung von Nils Frahm), der dank seines massiven Resonanzbodens und seiner 4 Meter langen Basssaiten ein überwältigendes Klangerlebnis vermittelt" eingespielt wurde, rührte sich in meiner Brust eine gewisse Skepsis, ob es sich bei "On Modes" nicht doch nur wieder um mehr vom ewig Gleichen aus der schwer erträglichen "Neoklassik"-Kiste handelt. Die klebrige Süßlichkeit von Klaviermusik vom Schlage Einaudi-Arnalds-Richter-Frahm federt Romaniuk aber nicht nur mit fingerfertigem Können ab, sondern auch durch eine geschickte Wahl des Repertoires. Dort stehen Minimal Music (John Adams), Avantgarde (György Ligeti) und das aus der mittelalterlichen Liedersammlung "Llibre Vermell de Montserrat" stammende "(Polorum) Regina" neben Stücken aus eher Pop-orientierter Umgebung, schottisch/englischen traditionals (u.a. einer sehr schönen freien Interpretation von "Scarborough (Fair)") und Selbstgeschriebenem. Bei Björks "Army Of Me" sorgt er dafür, dass die feine Melodie im festen Griff des dystopischen AkkordRhythmus nur leise röchelt und auch von Radioheads "Motion Picture Soundtrack" (vom großartigen und von mir seinerzeit genauso wie "OK Computer" schwer unterschätzten "Kid A"-Album) gelingt ihm eine ziemlich gute NeuDeutung. Romaniuks Eigenkompositionen (insgesamt fünf) vermeiden Larmoyanz durchaus und sind von einer angenehmen Leichtigkeit. Zudem gelingt es ihm, sowohl "Für Alina" (Arvo Pärts "Hit" spielt er mit einer schönen und dieser Komposition sehr angemessenen Mischung aus Dramatik und Sentimentalität unter Vermeidung der bei anderen Interpreten oft zu spürenden Überbetonung einer dem Werk vermeintlich innewohnenden Spiritualität) als auch die "Phrygian Gates" (eines von John Adams’ ganz frühen (Klavier)Werken) zu einem beinahe Melnyk’schen TonFluß werden zu lassen. Auch dank der avancierten, analoge wie digitale Effekte einbeziehenden Aufnahmetechnik wird diese Platte zu einem ganz besonderen Erlebnis – sowohl für Freunde leichter moderner Klaviermusik (die können hier wirklich was entdecken) wie auch für nicht-orthodoxe AvantgardeFans (die haben Gelegenheit, ihre womöglich Arroganz-befeuerten Vorurteile abzubauen). 5Weitere Infos: www.anthonyromaniuk.com
Fear No Jazz
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