([PIAS])
Als Joachim Liebens mit seinem Projekt The Haunted Youth 2022 auf der Bildfläche erschien, hatte das alles noch etwas Zufälliges, Unfertiges. Der junge Mann aus Belgien mit dem wilden Haarschnitt spielte sich mit seinem linkischen Charme, großer musikalischer Ernsthaftigkeit und letztlich im Zusammenspiel mit seinen Musikern, die sich erst im Laufe der Präsentation des Debüt-Albums „Dawn Of The Freak“ zu einem festen Band-Gefüge zusammenfanden, schnell in die Herzen der Musikfreunde, bei denen systembedingt ein Schatten auf der Seele legt – weswegen sie sich dann zu den nachtschattigen Klangwelten von The Haunted Youth hingezogen fühlten. Damals schien noch nicht ganz klar, in welche Richtung sich die Sache entwickeln würde: Indie-Pop mit Cure-Flair? Kaputnik-Psychedelia? Darkwave? Shoegaze? Dreampop? Es gab schlicht von allem ein wenig. Ganz anders präsentieren sich The Haunted Youth auf dem Album #2, denn auf „Boys Cry Too“ geht es mit Macht in Richtung Shoegaze mit monumentaler Wall-Of-Sound-Ausprägung. Gleich mehrere der Tracks (darunter der 8 minütige Opener „In My Head“) kommen in Form epischer Breitwand-Operetten daher, die zwar sanftmütig beginnen mögen, aber meist in orgiastischen Sound-Strudeln enden, in denen sich Liebens sozusagen die Seele aus dem Leib brüllt. Es geht aber auch anders: Die von Kleistscher Todesdramatik überlagerte Tracks „Deathwish“, „Murder Me“ oder „Forget Me“ kommen als knackige Rocksongs im 3-Minuten-Format daher, während die mit akustischen Gitarren unterlegten Nummern „Wake Up“ und das abschließende „Ghost Girl“ zeigen, dass Joachim Liebens auch versöhnliche musikalische Liebesbriefe schreiben kann. Liebens sagt, dass er während der „Freak“-Phase noch ein Kind gewesen und – wegen einiger prägenden Hindernisse, die das Leben ihm beschert habe - erst jetzt Erwachsen geworden sei und er den Hörer mit „Boys Cry Too“ an diesem teils schmerzlichen Prozess teilhaben lassen wollte. Schöner hätte das auch ein Auftragsschreiber nicht in Worte fassen können. VÖ: 08.05. 4Rock & Pop
›› GHALIA VOLT ›› METRIC ›› THEY MIGHT BE GIANTS ›› EAVES WILDER ›› LUPO CITTA ›› LAIBACH ›› KEVIN MORBY ›› QUICKSILVER ›› LUCKY BREAK ›› STEVEN BROWN ›› WITCH POST ›› AVALON EMERSON & THE CHARM ›› SNAIL MAIL ›› NINA HAGEN ›› THE NEW PORNOGRAPHERS ›› JOE JACKSON ›› HAWEL / MCPHAIL ›› ANANA KAYE ›› LÙISA ›› SLOE NOON ›› THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM ›› QUICKSILVER ›› DIE REGIERUNG ›› DEATHCRASH ›› DEADLETTER ›› STONE ›› QUICKSILVER ›› THE WAVE PICTURES ›› ANDRINA BOLLINGER ›› JOHN HOLLIER & THE RÊVERIE ›› THE DELINES ›› ELFI ›› LUCY KRUGER & THE LOST BOYS

