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LOTTOFOON 07/08-21

Aloha Ihr Lieben,
Willkommen zu unserem Juli/August-Lottofon. Der Sommer ist endlich da, für viele von Euch geht es in den heißersehnten Urlaub und ein Hauch von Normalität hat sich eingestellt. Ich strecke meine Fühler eher vorsichtig aus, nun habe ich so lange zu Hause gehockt, dass ich mich in die neu gewonnene Freiheit zunächst nur in kleinen Häppchen traue. Mir ist aufgefallen, wie sehr ich mich über die kleinen Dinge freue: Gott, ist das herrlich wieder in der Eisdiele sitzen zu können, ins Restaurant zu gehen (ernsthaft, wenn ich mich noch länger auf meine eigenen Kochkünste hätte verlassen müssen, wäre ich komplett verzweifelt), Kino – endlich wieder Kino – ich werde in der Zukunft nicht mehr so superpingelig in der Wahl meines Filmes sein, sondern einfach das Erlebnis als Solches genießen.
Bin ich bescheiden geworden? Nein, wahrscheinlich nur weniger maßlos: Wollte mein Mann früher einen schnöden Strandurlaub auf den Kanaren, quengelte ich so lange rum, bis es nach Palm Springs ging, dieses Festival und jenes Konzert war nicht spannend genug, um es mit meiner Anwesenheit zu beehren, und Essen gehen war ein Zeitvertreib, weil Einem nicht Besseres einfiel. Das hat sich definitiv geändert, da der Gedanke an ein Flugzeug vollgestopft mit Menschen in recycelter Luft mir immer noch nicht behagt, freue ich mich nun wie verrückt auf zwei Tage Ostende und einen Ausflug ins Toverland. So haben sich die Zeiten geändert.
Obwohl der Silberstreif am Horizont deutlich zu erkennen ist, wird es natürlich trotzdem noch lange dauern, bis wir dieses Thema endlich abhaken können und die Nachwehen dieses Szenarios werden uns auch noch ganz schön zusetzen, aber ich habe begriffen, dass alles leichter zu ertragen ist, wenn man es mit Freunden und Familie durchstehen kann und das steht uns nun wieder offen.
Wir haben uns gut geschlagen und am Ende des Tages zählt, dass wir uns anständig verhalten, um mit einem Zitat von meinem Lieblingskanzler Schmidt zu enden: ‚In der Krise beweist sich der Charakter‘
Zum Schluss noch eine traurige Nachricht: Unser ehemaliger Kollege Carsten "Keule" Collenbusch ist letzten Monat nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Neben seinem Job als umtriebiger Labelchef und Musikproduzent unzähliger aufstrebender Bands war "Keule" auch viele Jahre als Musikredakteur für die "Westzeit" tätig und wir haben ihn als sehr kompetenten Musikkenner geschätzt. Mach´s gut, Keule!

Und Ihr meine Lieben, genießt den Sommer…