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LUTZ KERSCHOWSKI, ANDREAS MEINECKE (HG.)

Östlich der Elbe

Ch. Links Verlag, 352 S., 40,00 Euro

Kerschowski ist ein altgedienter DDR-Rocker, der später ein enger Freund Rio Reisers wurde und nach dessen Tod das Rio-Reiser-Archiv aufbaute. Meinecke ist ein musikinteressierter Radioonkologe aus Berlin, der hier – Achtung! Unbewiesene Mutmaßung! - womöglich einen gemeinsamen Lebenstraum finanziert hat. Dieser Traum besteht aus einer sehr eindrucksvollen Sammlung von Songtexten (insges. 216!), die zwischen 1970 und 2013 in jenem Teil der Welt entstanden, der eine Weile lang DDR hieß. Dazu gibt es 5 kurze Essays (u.a. von Flake, Renft-Kunert und DDR-Rock-Papst Wicke) und 80 s/w-Fotos von Ulrich Burchert, der von sehnsuchtsvollen Schuljungs vorm Instrumentenladen über eine fleißige Sternradio-Bauerin bis zum Keimzeit-Gig 2018 im Leipziger Täubchental gekonnt das Wesen der Ostmusik dokumentiert. Weil neben dem heute manchmal etwas verklärten "Lyrischen Rock" von Lift und Karussell auch abseitige Stimmen (der Surrealismus der AG Geige oder auch Wutanfalls legendärer HassKlopper "Leipzig in Trümmern") Eingang finden, ist die Collage recht stimmig. Typisch ist die Doppelseite 168/169: Pankow steht im "Nebel" (ein Super-Song!), während Feeling B schon 1986 wussten: "Wir haben keine Zeit / Wir müssen weiter / Auf uns warten schon / Die neuen Zeiten". Ein schickes Coffee-Table-Book nicht nur für OstRockFreunde.
Weitere Infos: › www.christoph-links-verlag.de/index.cfm?view=3&;titel_nr=9082


April 2020
C. HECKING – C. SCHÖNBERGER – I. SOKOLOWSKI
KLAUS MODICK
LEA STREISAND
LUTZ KERSCHOWSKI, ANDREAS MEINECKE (HG.)
RICHARD SCHNEEBAUER
SUSI SAFER
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