interviews kunst cartoon konserven liesmich.txt filmriss dvd cruiser live reviews stripshow lottofoon

LAIBACH

Musick

LAIBACH

(Mute / [PIAS])

Wenn die Sprache auf die slowenischen BrachialKunstWerker kommt, scheiden sich oft die Geister. Man kann Laibach vermutlich nur verehren oder verachten. Ich gehöre ganz klar zur Fraktion derer, die in diesem Projekt (denn "Band" griffe hier ja viel zu kurz) eine sehr konsequente, Genre-übergreifende und den Kunst-, Medien- und PolitikBetrieb gleichermaßen ironisch wie bissig – und vor allem hoch subversiv und voll bitterem Humor (den manche mit Zynismus verwechseln) – kritisch ausleuchtende Installation und Institution sehen. Deshalb freue ich mich auch immer wieder sehr auf ein neues LaibachWerk; denn mit einer kleinen oder großen Überraschung darf man da immer rechnen. Für "Musick" - das feine Wortspiel wird im Titelstück ausgiebig bemüht, wenn Milan Fras aka. Dachauer mit seiner vertrauten Grabesstimme verkündet "Music is the food of love / I’m sick of Musick!" – bedeutet das vor allem, dass Laibach hier den Tanzboden aus der Perspektive der übersatten EuroPopProduzenten ausleuchtet. Da wundert es nicht, dass der slowenische TV-Sender RTV erwog das Stück "Allgorhythm" (noch ein schönes Spiel mit Worten und Bedeutungen: "All go rhythm" zum Groove der KI!) als offiziellen Beitrag zum Eurovision Song Contest 2026 zu schicken. Weil sich RTV Slovenija aber im Herbst 2025 entschied, nicht am ESC teilzunehmen (die leidige Israel-Problematik), bleibt nun offen, was die gleichermaßen 4-to-the-floor- wie Skandal-süchtigen "voter" von dieser Nummer gehalten hätten. Denn co-produziert wurde dieser eingängige track von keinem Geringeren als Richard X, und der hat schließlich von Sugababes und Sophie Ellis-Bextor bis Goldfrapp und Saint Etienne schon so manchem eine PowerPopPolitur verpasst. Also kicken die beats sehr heftig, die SynthHarmonien sind auch für WochenendTänzer nicht zu komplex, es gibt nette (Kinder)Chöre und hier und da eingestreute gimmicks verstören niemals über Gebühr – Paradebeispiele sind "Singularity" und die FutureDiscoNummer "Yes Maybe No". Dazu kommen Cher’sche vocoder-Spielchen (wie bei "Fluid Emancipation"), auch mal eine Prise LatinPop ("Resistencia") oder ein ganz leichtes CountryFlair inkl. SpiegelStetson (das hatten sie ja vor 3 Jahren bei "Love Is Still Alive" schon mal ausprobiert, hier aber um eine Blues-Note ergänzt). Bei "Keep It Real" wechseln dann Rap-Rufe mit schweren GitarrenRiffs und schmachtendem Boy-Girl-Gesang: "just keep it real and artificial"! "Musick" ist zweifellos Laibachs (auf zugegeben ab und an auch mal eher seltsame Weise) pop-igstes Werk, das sich vor (bzw. eher hinter) einer extrem professionell gestalteten DiscoGlitzer-Folie mit den verzerrten Realitäten und grellen KI-Kopien der Wirklichkeit befasst und durch all die hooks und beats (einmal mehr?) auch auch unsere niedrigsten Bedürfnisse zu befriedigen weiß: "It ends in sin!" 6
Weitere Infos: www.laibach.org

Rock & Pop
›› THE HAUNTED YOUTH
 ›› GHALIA VOLT
 ›› METRIC
 ›› THEY MIGHT BE GIANTS ›› EAVES WILDER ›› LUPO CITTA ›› KEVIN MORBY ›› QUICKSILVER ›› LUCKY BREAK ›› STEVEN BROWN ›› WITCH POST ›› AVALON EMERSON & THE CHARM ›› SNAIL MAIL
 ›› NINA HAGEN
 ›› THE NEW PORNOGRAPHERS
 ›› JOE JACKSON
 ›› HAWEL / MCPHAIL ›› ANANA KAYE ›› LÙISA ›› SLOE NOON ›› THE TOTEN CRACKHUREN IM KOFFERRAUM ›› QUICKSILVER ›› DIE REGIERUNG ›› DEATHCRASH ›› DEADLETTER ›› STONE ›› QUICKSILVER ›› THE WAVE PICTURES
 ›› ANDRINA BOLLINGER
 ›› JOHN HOLLIER & THE RÊVERIE
 ›› THE DELINES ›› ELFI ›› LUCY KRUGER & THE LOST BOYS


Konserven
Olymp
Electronik
Fear No Jazz
Floorfashion
Hard & Heavy
Hip Hop
Reggae/Dub
Rock & Pop
Punk/Hardcore
Singer/Songwriter
Talentamt
Worldmusic