
(PIAS)
Die Sterne sind (zumindest für mich) eine Referenzband, nie käme man auf die Idee zu sagen "Die Sterne hören sich an wie…" eher schon wäre man bei manchen Platten vielleicht versucht zu denken: "Oh, das klingt ja wie … Die Sterne!". Der MotorikBeat, die funky aus dem Handgelenk geschüttelten Gitarrenakkorde und der prägnante Bass sind – ganz unabhängig von der inzwischen ja etwas unsteten Besetzung um den alleinigen Fixpunkt Frank Spilker – unverwechselbar. Da macht auch das neue Album keine Ausnahme, das mit "Ändern wir je den Akkord?" nicht nur eine gar nicht so unberechtigte ("Sterne"-musikalisch dennoch natürlich überflüssige) Frage stellt, sondern in 3 Minuten Neu! und PostPunk fest verschweißt. Und dazu ein Text, der ebenso konkret wie assoziativ ist – eine Spilker-Spezialität, die hier zu neuen Höhen gelangt: "Sie dürfen uns nicht kriegen / Mit ihrer Brezellogik / Ausgedachten Geschichten / Gerüchten und Berichten / Bleichmittel trinken / Anthroposophie". Damit sie aber nicht zum permanenten SelbstZitat erstarren oder zur puren AbgußForm werden, streuen Spilker und die seinen eben einfach mal sowas wie "Easy auf Rezept" ein – einen track mit einer zischenden drummachine, einem eher trägen Gesang aus der VerzerrerWaschküche und schwülstigem Georgel, dazu singt Spilker so wunderbare Zeilen wie "Wir tragen eine Rüstung / Darunter sind wir nackt / Nicht nur dass das scheuert / Die Metapher ist beknackt" (nö, so doof finde ich die gar nicht!). Davor gab es mit "Open Water" einen Song, dessen englischer Text von Keyboarderin Dyan Valdés geschrieben und eingesungen, nein: gesprochen!, wurde – auch ein schönes Kontrastmittel, bei dem noch am ehesten das stoisch-nervöse Schlagzeug daran erinnert, dass hier Die Sterne spielen. Und immer wieder diese – Achtung Platitude! – unwiderstehlichen hooklines; beinahe jedes Stück ist trotz der sperrig-inhaltsschweren Texte ein veritabler Ohrwurm. Nehmen wir die Vocoderhymne "Fan von irgendwas" – man trällert vor sich hin und stellt dabei fest: ja, "Langeweile ist ein Pulverfass". Das Schlussstück "Immer noch sprachlos" ist dann konsequenterweise ein fast 10 Minuten langes krautrockendes Instrumental – dabei ist Spilker, wie man auf "Wenn es Liebe ist" einmal mehr sehr gut nachvollziehen kann, alles andere als sprachlos. 5Weitere Infos: www.diesterne.de
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