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UNKLE

Never Never Land

UNKLE

(Mo' Wax/Polydor/Universal)

Der musikalische Ursprung von Unkle ist auf "Endtroducing..." zu finden, dem Debüt-Album von DJ Shadow, auf dem der Amerikaner vor neun Jahren Samples aus der gesamten Geschichte der Popmusik zu hypnotischen Klang-Konstrukten verarbeitet hat, die mit dem Begriff HipHop nur unzureichend erfaßt werden konnten. Dieses Meisterwerk reflektierte das Leben eines Besessenen. Es war eine Art Kulturgeschichte des Vinyl und übte nicht nur auf Mo' Wax-Label-Chef James Lavelle eine enorme Faszination aus.
Nur logisch, dass beide zusammen das Unkle Projekt ins Leben riefen und Künstler wie Thom Yorke, Richard Ashcroft, Ian Brown, Mike D, Badly Drawn Boy oder Jason Newsted von Metallica an einen Tisch brachten. Das Ergebnis war "Psyence Fiction", eine dieser Platten, welche die unterschiedlichen Strömungen der Popkultur zu bündeln oder sogar das Gefühl einer Generation auszudrücken verstehen. Musik also, die nicht dem Zeitgeist hinterherhechelte, sondern Standards setzte und Trends überdauert hat. Nach diesem monumentalen Album kündigte DJ Shadow schon damals an, bei einer Neuauflage nicht mehr dabei sein zu wollen. Lavelle, der Mann mit der konzeptionellen Vision für dieses Projekt, mußte sich also einen neuen Partner suchen und wurde in seinem langjährigen Kumpel Richard File fündig.
Für "Never Never Land" haben die beiden eine gemeinsame Wohnung in London bezogen und fast drei Jahre an Samplern und Instrumenten verbracht. Das Ergebnis sorgt für Gänsehaut und offene Münder. Die atmosphärischen Soundscapes klingen erneut extrem düster, bisweilen sogar beklemmend. Sie wirken jedoch songorientierter, hymnischer als die sampledelische Frickelarbeit zuvor. Ein Verdienst des Songwriters Ant Genn, der ebenfalls hinzugezogen wurde. Lavelle und File zeigen einer ganzen Riege hochdekorierter Produzenten mal eben, wie man ein musikalisches Meisterwerk klanglich zu gestalten hat. Wie man die klassischen, hüftsteifen Strukturen des Rock hinter sich läßt, ohne von Post-Rock faseln zu müssen und die Errungenschaften der Dance-Culture in sein Konzept einbindet. Entschuldigung, aber Noel Gallagher kann sich seine ausgelutschten Ideen sonstwo hinschieben. Oasis waren gestern. Jetzt sind Unkle. Und die vereinen den Geist von Acid House und raving Madchester mit der Lad-Attitude des Britpop.
Allein durch prominente Gäste wie Ian Brown und Gary "Mani" Mounfield von den Stone Roses, Jarvis Cocker von Pulp, Josh Homme von den Queens Of The Stoneage, 3 D von Massive Attack oder Brian Eno werden sich alle Fraktionen auf den Trip mit Unkle einlassen können.


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