(Third Man Records)
Man muss sich das ja mal auf der Zunge zergehen lassen: Jack White hat – alleine oder mit den White Stripes - bislang 46 Grammy Nominierungen und 26 gewonnene Grammys auf dem Schachtholz und vor einigen Monaten wurden die White Stripes gar in die Rock’n’Roll Hall Of Fame aufgenommen. Das alles geschieht ungeachtet der Tatsache, dass es sich Jack White als Solo-Künstler schon seit einigem Jahren erlaubt, seine Veröffentlichungen dermaßen gegen den Strich und den Mainstream-Geschmack zu bürsten, als wolle er versuchen, endlich mal ein Album zu machen, dass keiner Grammy-Nominierung würdig ist – nur um mal aus dem Schema auszubrechen. Nachdem ihm das mit seinem letzten Album „No Name“ nicht gelungen war (wohl auch, weil dieses zwei vergleichsweise zugängliche Hitsingles enthielt) sieht das mit dem sechsten Werk diesbezüglich schon anders aus. Die bisher veröffentlichten Single-Titel „G.O.D. And The Broken Bones“, „Dollar Bill“ und insbesondere „Derecho Demonico“ jedenfalls sind dermaßen mit verstörenden Sound-Experimenten vollgestopft (die sich weitestgehend anhören, als rutsche White jaulend mit Vaseline über seine Seiten) dass das zuweilen recht anstrengend wird. Alle drei Singles sind zudem fest in White’s Blues-Hardrock-Setting verwurzelt – und kommen auch ganz ohne Promo-Videos aus. Es gibt dann mit „I Can’t Believe What I’m Hearing“ auch wieder eine Art Mitsing-Pop-Ausrutscher und mit „She’s In A Frenzy“ einen Track der zumindest einer erkennbaren Songstruktur folgt, wie sie dem Meister zuweilen eher zufällig aus den Saiten zu fallen scheinen – aber das ist es dann auch schon in Sachen Moderatio. Nicht dass es keinen Spaß machte, sich die Exaltationen des Meisters anzuhören – aber grundsätzlich ist „Frozen Charlotte“ (eine Spielerei mit dem Wort Charlatan) das kompromisslos abenteuerlichste Werk seit dem 2018er Longplayer „Boarding House Reach“. VÖ: 10.07. 4Rock & Pop
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