
(Royal Cream / BMG / Universal)
Auf die Afghan Whigs ist Verlass: Bereits nach wenigen Takten des Openers „Jungle Roux“ ist man voll in diesem Album angekommen, das die Band fast genau vier Jahre nach dem Vorgänger „How Do You Burn?“ vorlegt. Die E-Gitarren im anschließenden „House of I“ haben die Durchschlagskraft eines Presslufthammers – da überrascht es wenig, dass die Klangfarbe hier auch ganz generell wieder eine überwiegend düstere ist. Sollte Greg Dulli irgendwann einmal die Lust am Musizieren verlieren (was wir weder hoffen noch glauben wollen), so könnte er sich vielleicht als Autor eines "How To Write A Melancholic Song?"-Ratgebers ein neues Standbein aufbauen. Als Hörproben würden sich von der neuen Platte unter anderem „Duvateen“ oder „The Deepest Part Of The Darkest Shadow“ anbieten. Während ein Saxophon dem letztgenannten Song – Zentrum und Höhepunkt der Platte – eine ernsthafte Feierlichkeit verleiht, klingen die Bläser im nachfolgenden „Mariah Luster“ fast ein bisschen so, als hätte jemand mithilfe seiner Lippen und aufgeblasenen Wangen eine Posaune lediglich imitiert. Das beschert der Platte zur Abwechslung zumindest in musikalischer Hinsicht auch mal einen leichteren Moment, ähnlich wie der bestens zum Kopfwackeln geeignete Song „77“. Wer The Afghan Whigs zu ihrem zehnten Studioalbum (und ihrem 40. Bandgeburtstag – Trennungsphasen großzügig ausgeblendet) live erleben möchte, wird übrigens aufs Ausland ausweichen müssen: Ihr einziger Deutschland-Gig im viel zu kleinen Kölner Luxor am 30.09. ist – verständlicherweise – bereits ausverkauft. 5Weitere Infos: https://theafghanwhigs.com/
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