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PHOEBE BRIDGERS

Lost Weekend

PHOEBE BRIDGERS

(Dead Oceans / Cargo)

Lange war es still um Phoebe Bridgers, aber mit ihrem fesselnden dritten Solowerk unterstreicht die 32-jährige amerikanische Indie-Folk-Lichtgestalt nun eindrucksvoll, warum sie eine der wichtigsten musikalischen Stimmen ihrer Generation ist.
Auf "Lost Weekend" widersteht sie trotz einer Kollaboration mit Hitlieferant Jack Antonoff (Taylor Swift, Sabrina Carpenter, Lana Del Rey) auf dem Produzentenstuhl dem Druck, sich dem Mainstream an den Hals zu werfen. Stattdessen vertieft und intensiviert sie lieber all das, was sie auf ihrem bisherigen Weg als Solistin und an der Seite von Julien Baker und Lucy Dacus bei Boygenius einzigartig gemacht hat.
Musikalisch bleibt sie deshalb ihrem vertrauten, von sanfter Schwermut getragenen Indie-Folk treu, bricht diesen jedoch mutig mit Electronica-, Ambient- und Noise-Elementen auf. Beim Titelstück adaptiert sie sogar "The Last Great Washington State", Damian Jurados Gänsehaut-Song für die Ewigkeit und unterstreicht so ganz nebenbei ihre Stellung als unbestechliche Tastemakerin.
"Abenteuerlich", "experimentell" und "ambitioniert" sind Adjektive, die an anderer Stelle bereits für "Lost Weekend" bemüht wurden, und tatsächlich ist die Produktion dieses Mal merklich risikoreicher, spleeniger und nicht zuletzt auch breitwandiger. Die Intimität, die Bridgers‘ Songs im Zusammenspiel von ironisch-augenzwinkernden Texten und bisweilen verblüffend eingängigen Melodien in der Vergangenheit ausgezeichnet hatte, weicht hier spürbar mehr Komplexität, wenn inhaltlich die grüblerische Beschäftigung mit vielen Grauzonen ins Zentrum rückt und Bridgers sich intensiv mit Verlust, Trauer, den Tücken des Ruhms und Isolation auseinandersetzt.
Gespickt mit versteckten Referenzen an für sie prägende Künstlerinnen und Künstler, präsentieren Nummern wie das dynamisch ausbrechende "Kill Me" oder der als Vorabsingle ins Rennen geschickte melancholische Ohrwurm "Lost Boys" Bridgers als Künstlerin, in deren Händen sich alles in Gold zu verwandeln scheint, was sie anfasst. So ist "Lost Weekend" am Ende eine klanglich dichte, bisweilen hypnotische Klangreise, die mit messerscharfen, oft zutiefst persönlichen Texten den tiefen Weltschmerz des Hier und Jetzt in beeindruckender Perfektion einfängt. 5
Weitere Infos: https://phoebefuckingbridgers.com/

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