
(Siluh Records / Cargo)
Es gehört zu den vielleicht schönsten Eigenheiten von Musik, dass sie keiner Worte bedarf, um Stimmungen und Gefühle zu transportieren. Kommen dann trotzdem Worte dazu, können diese auf den ersten Blick noch so kryptisch erscheinen: Spätestens in Verbindung mit Tönen ergeben sie dennoch Sinn, jedoch nicht zwangsläufig einen allgemeingültigen, sondern oft einen ganz individuellen. Dieser Effekt dürfte sich auch beim Hören des vierten Albums der Wiener Band Culk einstellen, die bereits auf ihren ersten drei Platten ein feines Gespür für Atmosphäre und Wortwahl bewiesen hat. Die ersten Gitarrenanschläge auf „Smogstar“ scheinen eine direkte Bezugnahme auf den Vorgänger „Generation Maximum“ zu sein, genauer gesagt auf den Song „Flutlicht“, doch „Kaputte Speaker“ bleibt nicht bei dessen trauriger Verhaltenheit stehen, sondern schwillt im Refrain zu einer für Culk-Verhältnisse geradezu euphorischen Hymne auf die Liebe an: „Niemand ist mit dir allein.“ Zentrales und stets wiederkehrendes Thema auf „Smogstar“ scheinen aber Identität(ssuch)en zu sein, besonders prägnant zu spüren im überragenden „Weiß nur wer ich nicht bin“. „Twenty, Eighteen“ – eine Referenz auf das Jahr 2018, in dem Culk ihre erste Single veröffentlichten – ist einer von zwei Songs, bei denen Sängerin Sophie Löw ins Englische ausweicht, ohne sich jedoch vom Thema des restlichen Albums zu entfernen: Auch hier begegnet uns wieder ein „broken speaker“ und es geht um die Frage: „Who are we again?“ Der Ort, an dem diese Sinn- und Ich-Suche stattfindet, ist ‚die Stadt‘: Hier sind alle „Fängerin und Gefangene“, eine Wendung, die wie der Satz „Neue Jahre ohne dich“ in zwei Songtexten auftaucht und die Tracks „Im Strom“ und „Willkommen in der Stadt“ miteinander verwebt. Nach gerade einmal 33 Minuten ist diese ‚Stadtrundfahrt‘ der besonderen Art schon wieder beendet – und nichts ist mehr so, wie es vorher war: „Finden uns im Labyrinth, das Neue es beginnt.“ VÖ: 04.09.Weitere Infos: https://www.culk.at/
Olymp
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