(Psychic Hotline)
Als Rezensent fällt es ja nicht ganz einfach, einzuräumen, wenn man mit Kunst konfrontiert wird, die sich nicht kategorisieren lässt und deswegen zunächst mal unverständlich erscheint. Im Falle des neuen Albums des Avant-Pop-Duos Sylvan Esso ist das aber so. Nicht ein Mal der Titel des Albums (der eine printtechnisch nicht reproduzierbare Möbiusschleife enthält) gibt einen Hinweis darauf, was uns Amelia Heath und Nick Sanborn (unterstützt von einer Unzahl von Gästen (darunter 6 verschiedene Drummer) musikalisch sagen wollen. Laut Bio geht es um eine „mit Klebestreifen zusammengefügte Collage aus Erinnerungen, flüchtigen Fundstücken, selbstgebrannten CDs aus der Y2K-Ära und Knutschereien auf dem Rücksitz“. Das fasst das wilde Sammelsurium an lyrischen, stilstischen und musikalischen Ideen zwar ganz anschaulich zusammen, erklärt aber keineswegs, wie es Sylvan Esso gelingt aus diesem Wust so etwas wie eine geradezu süchtig machende Sammlung ansprechender Pop-Songs zu konstruieren – denn nicht mehr oder weniger ist dieses Album am Ende geworden. Wo Geringere an der Vielzahl der eingesetzten Elemente gescheitert wären, gelingt es Sylvan Esso eine Scheibe (bzw. Songsammlung) zu formen, die man sich als Hörer gut und gerne immer wieder mit Gewinn anhören kann – und dabei logischerweise immer wieder neue Sachen entdeckt. VÖ 11.09. 5Singer/Songwriter
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