(Drag City)
Wie Leonard Cohen’s „You Want It Darker“ und David Bowie’s „Blackstar“ ist das letzte Album „The Final Painting“ des Songwriters und Malers Ed Askew ein Werk, das unter dem Eindruck des eigenen, nahenden Todes entstand. Anders als Cohen und Bowie indes erlangte der Wunderling aus Connecticut als Songwriter nie den Status, der ihm qua seiner Berufung eigentlich zugestanden hatte. Das lag zum einen daran, dass er seine musikalische Laufbahn, kurz nachdem er seine hippieske Debüt-LP „Ask The Unicorn“ mit wenig Resonanz 1968 herausgebracht hatte, gleich wieder beendete und sich für ein Leben in privater Zurückgezogenheit wählte und sich als Lehrer und Maler betätigte – bis er Anfang der 2000er durch einige glückliche Zufälle wieder als Musiker tätig wurde. Sein Durchbruch-Album „For The World“ – auf dem er mit Sharon van Etten, Marc Ribot und Mary Lattimore zusammenarbeitete – erschien erst 2013. In gewisser Weise ist „The Final Painting“ (dessen Titel sich tatsächlich auf sein letztes, unvollendetes Gemälde bezieht, das das Cover ziert) eine Art Fortsetzung dieses Albums, denn auch hier wirkt Sharon van Etten mit – neben anderen illustren Zeitgenossen wie Bill Callahan oder William Tyler. Der musikalische Stil, den Askew und seine Mitstreiter hier implementieren – mit Askew’s brüchiger Stimme als Anker – erinnert in seiner lakonischen Art an das, was Robert Wyatt in den 80er Jahren während seiner „Shipbuilding“-Phase demonstrierte. Es gibt detailreich arrangierte, melancholische Balladen, die von Askews „Beat-Narrative“ – einer Art assoziativem Sprechgesang, der ohne besondere poetische Intentionen Alltagsbeobachtungen Stream-Of-Consciouss-mäßig zu einem unschuldig/puren Flow verdichtet – getragen und von den Beiträgen der Musiker wie etwa an Saxophon oder Mundharmonika kommentierend begleitet werden. Ed Askew verstarb Anfang 2025 im Alter von 84 Jahre, wenige Tage, nachdem die Arbeiten an dem Album abgeschlossen wurden. Insofern ist „The Last Painting“ ein würdiger Schlusspunkt einer ungewöhnlichen Karriere eines ungewöhnlichen Künstlers geworden. VÖ: 31.07. 4Singer/Songwriter
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