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PAAL NILSSEN-LOVE & KEN VANDERMARK

Japan 2019

(PNL Records / Audiographic Records)

Als unverbesserlicher Jäger und Sammler bin ich ja per se ein großer Freund physischer Tonträger, muss aber nicht zuletzt an meinem zwar durchaus Musik-interessierten, aber komplett an die Welt von Spotify & Co. verlorenen Sohn sehen, dass sich die Ära von LP, MC oder CD wahrscheinlich wirklich ihrem Ende zuneigt. Obwohl ich die Hoffnung nicht ganz aufgeben möchte, dass sich a) das Kind vielleicht doch noch für die Schönheit (und Notwendigkeit) von die Musik transportierender Materialität zu begeistern lernt und b) die zweifellos zu einer ganz eigenen Kunstform gewordene Gestaltung von Covern, Innenhüllen, Labels etc. die Menschen doch noch eine Weile begleiten und begeistern kann. Das nach dieser langen Vorrede zu besprechende Mammutwerk, das der ohnehin ja sehr veröffentlichungswütige norwegische TrommelDerwisch PNL mit seinem langjährigen US-amerikanischen "partner in crime" Ken Vandermark (ts, cl) live eingespielt hat, macht in dieser Hinsicht aber etwas Mut. Denn die Mitschnitte einer 16 Konzerte umfassenden Japan-Tour kommen als opulente 7-CD-Box. Vandermark hat seine Eindrücke von dieser Tournee in einem Tagebuch festgehalten, Auszüge daraus wurden im booklet abgedruckt und so kann man das Entstehen und die Hintergünde quasi aus erster Hand nachempfinden. Muss man meiner Meinung nach aber gar nicht (wenngleich ich natürlich möglichst fette booklets super finde!), denn die immense Kraft und Energie der beiden transportiert ihre wilde Musik auch allein und hintergrundsfrei recht gut. Frei, ungestüm, hochenergetisch und doch niemals unkontrolliert oder beliebig servieren PNL und KV FreeJazz vom wirklich Allerfeinsten. Wenn sich bei CD2 dann mit Yuji Takahashi eine lebende Japan-Impro-New Music-Legende ans Klavier setzt und mit den beiden Berserkern um die Wette spielt, kommt eine neue Dimension hinzu. Die wird auf CD3 nochmal intensiviert, denn jetzt tritt mit Masahiko Satoh ein weiterer Grandseigneur des Genres hinzu – mir ist das 40-Minuten-set da schon fast zu Piano-lastig (wobei das Meckern auf höchstem Niveau ist). Bei anderer Gelegenheit steigt der Saxophonist Akira Sakata mit in den Ring - kurz: während der insgesamt gut 6 Stunden FreeJazz, die man hier genießen kann, wird dem Freund solcher Klänge ganz sicher nicht langweilig. Auch nicht in den durchaus vorhandenen, ähm, "besinnlichen" (ein Wort, dass mir in diesem speziellen Fall seltsam unpassend vorkommt) Momenten nicht. Hammer! 5
Weitere Infos: › www.paalnilssen-love.com

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