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IRENE STRATENWERTH

Hurdy Gurdy Girl

(PalmArtPress, 378 S., 25,00 Euro)

Die Wirklichkeit schreibt die spannendsten Geschichten. Diese Binsenweisheit findet mit Stratenwerths Roman über deutsche "Tanzmädchen" im Wilden Westen einmal mehr Bestätigung. Die Lektüre vermittelt nicht nur packende Erkenntnisse zur Lebenswirklichkeit in hessischen Bauerndörfern der 1860er und zur darwinistischen Härte des Überlebenskampfes in den USA der Bürgerkriegsjahre, sondern ist - weil die Autorin es versteht, spannend und detailliert zugleich zu berichten - auch ein höchst unterhaltsames Lesevergnügen. Die raue Realität zwischen Hunger und Perspektivlosigkeit treibt etliche Eltern in der Wetterau dazu, ihre Töchter an windige Typen zu "vermieten", die in San Francisco oder den Goldgräberstädtchen Kaliforniens den größtmöglichen Profit aus den im wahrsten Sinne des Wortes unschuldigen Mädchen zu pressen. Es beginnt mit animierenden Tanzrunden für trinkende Glücksjäger und endet meistens in einer "crib" (welch Euphemismus für ein Bordell voller Minderjähriger!). Die von Elternhaus, Dorfschule und Kirche eingebläute Hörigkeit gegenüber vermeintlichen Autoritäten raubt den Mädchen jede Hoffnung, auch die 17jährige Luise Ludwig hält nach einigen Monaten nur noch der Gedanke an eine Rückkehr in das zwar enge und elende, aber wenigstens vertraute Heimatdorf am Leben. Das Nachwort liefert weitere Fakten zum historischen Hintergrund, von dem zumindest ich bis dato rein gar nichts wusste.
Weitere Infos: http://www.irene-stratenwerth.com


Februar 2021
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