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JONAS ALBRECHT

Schrei mich nicht so an ich bin in Trance Baby

(Irascible Music)

Der Schweizer Trommler Albrecht begibt sich auf dieser wunderschön verpackten Platte auf die Suche nach dem Automatischen, dem un- oder unterbewussten Reagieren, der direkten, nicht kontrollierten (auch körperlichen) Reaktion auf Repetition, auf stete Wiederholung unter leichter Abwandlung, auf Erlösung nach (Über)Anstrengung – also nach dem, was den Sufi, den Schamanen und den Derwisch aus und über die Welt hebt. Die in violettes Vinyl gepresste Musik gliedert sich in die vier Abschnitte "Liecht" – "Leib" – "Lust" – "Lack", die zwar auf unterschiedlichen patterns beruhen, aber nach dem gleich Grundprinzip funktionieren: exzessive Trommelschleifen verbinden sich mit seltsamen VoiceSamples oder verzerrten ElektroLoops zu einem höchst nahrhaften auralen MescalinBrei. Man muss den Namen der Erinnerung, die diese Beschreibung, weit mehr natürlich noch die zugehörige Musik da triggert, eigentlich gar nicht mehr nennen. Wobei es ja wirklich erstaunlich ist: wird man erstmal wieder an einen der alten Jugendhelden erinnert, begegnet einem dessen/deren klingendes Vermächtnis in kurzer Zeit meist mehrfach. In diesem Fall das vom politisch heute so vielleicht nicht mehr ganz salonfähigen Bryn Jones aka. Muslimgauze (der schon 1992 diesen prophetischen, heute aber – wir müssen das wiederholen! - dann doch etwas ambivalenten Satz ins booklet seiner "Infidel"-EP neben den Schattenriss eines Kufiya-Trägers drucken ließ: "Is it really an act of agression to regain your own land?"). Der Mann aus Manchester ist zwar schon vor ziemlich genau 25 Jahren recht jung gestorben, aber im musikalischen Unterbewusstsein (nicht nur) von Jonas Albrecht (den mancher vielleicht von den Berner KrautRockern Film2 kennen könnte) sehr präsent. Die mehr als dezente sexuelle Konnotation seiner oben zitierten Stückbezeichnungen dürfte dabei alles andere als zufällig oder ungewollt sein, Albrecht erschließt durchaus auch die erotische Seite von Trance (und wird dem typischen Berghain-Jünger trotzdem eher fremd bleiben). Alles pulsiert in nahöstlichen speed-drums, gelegentlichen keuchend ausgestoßenen (Kampf)Schreien oder verzerrten Stimmen: "Der Schweiß als Fluss unserer Verletzlichkeit." Und spätestens beim abschließenden "Lack", das mit seiner hektischen Stumpfheit (was hier ausdrücklich positiv gemeint ist) für mich den grandiosen Höhepunkt dieser LP darstellt fließt selbiger (Schweiß) sicher in Strömen. Zu "Liecht" und "Leib" gibt es übrigens auch zwei sehr verschiedene, aber gleichermaßen kontemplative Videos. 4
Weitere Infos: › www.irascible.ch/de/releases/jonas-albrecht/schrei-mich-nicht-so-an-ich-bin-in-trance-baby

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