
Die internationale Presse ist voll des Lobes für das aktuelle Album "Bleeds" und auch das Hamburger Molotow ist seit Wochen ausverkauft: Dass es wirklich nicht übertrieben ist, Wednesday als Band der Stunde zu bezeichnen, beweist das Indierock-Quintett aus North Carolina an diesem bitterkalten Sonntagabend praktisch vom ersten Ton an. Mit ihrem neuen Tournee-Gitarristen Jake "Spyder" Pugh im Schlepptau klingen sie praktisch vom ersten Ton an kraftvoll und gewaltig und sind ohne Frage für Größeres bestimmt. In knapp 75 Minuten stürmen Wednesday durch 18 Songs, die auch klanglich die Achterbahnfahrt der Gefühle widerspiegeln, die Frontfrau Karly Hartzman mit ihren Songs heraufbeschwört, wenn sie Schönheit im Schmerz findet und die Komplexität von Beziehungen seziert. Mal überrollen uns Hartzman und ihre Mitstreiter mit einem auf Krawall gebürsteten Shoegaze-Wall-of-Sound, mal geben geschrammelte Indie-Gitarren den Ton an. Immer wieder steht aber auch die Pedal Steel (oder wahlweise auch Lap Steel) von Xandy Chelmis im Mittelpunkt, um für süßen Americana-Twang alter Schule zu sorgen oder mit knurrenden Drones drohendes Unheil anzukündigen, während Drummer Alan Miller wuchtig antreibt und Bassist Ethan Baechtold der Fels in der Brandung ist. Los geht es mit "Reality TV Argument Bleeds", dem ersten von insgesamt neun Stücken aus dem gefeierten aktuellen "Bleeds"-Album. Aber auch all diejenigen, die selbst drei Jahre nach der Veröffentlichung nicht genug vom Wednesday-Breakthrough-Werk "Rat Saw God" bekommen können, dürfen sich freuen. Gleich fünf Songs der LP stehen auf Setlist. Darunter befindet sich auch das heimliche Highlight des ganzen Abends, das heimelig instrumentierte "Chosen To Deserve". Es ist die vielleicht beste der vielen so ungemein lebendig und mit Kopfkino-Details gespickten Geschichten, die Hartzmans Songs zu einer solch herrlich wilden Southern-Gothic Odyssee machen. Mit "Fate Is…" und "Cody's Only" gibt es dann sogar noch Abstecher zu den frühesten Wednesday-Platten. Auch wenn Hartzman das Hamburger Publikum anfangs zu nordisch by nature ist: Bei "Townies" gibt es einen wirklich amtlichen Moshpit, Crowdsurfing inklusive, bevor Hartzman für den letzten Song die Gitarre beiseitelegt, um sich mit "Wasp" ein letztes Mal die Seele aus dem Leib zu schreien. Auch wenn Hartzman das Hamburger Publikum anfangs zu nordisch by nature ist: Bei "Townies" gibt es einen wirklich amtlichen Moshpit, Crowdsurfing inklusive, bevor Hartzman für den letzten Song die Gitarre beiseitelegt, um sich mit "Wasp" ein letztes Mal die Seele aus dem Leib zu schreien. So wird der Auftritt im Handumdrehen zu einem weiteren eindrücklichen Beweis für die These, dass Wednesday eine der fantasievollsten, spannendsten und besten Rock-Bands ihrer Generation sind.
Weitere Infos: https://www.wednesday.band/

