
Sage und schreibe 16 Konzerte haben Pales vor ihrer Rückkehr nach Haldern in diesem Jahr schon in Deutschland gespielt, doch in der Pop Bar geht die explosive französische Band trotz Außentemperaturen von fast 40 Gard mit einem solchen Feuerfeier zu Werke, dass man auch glauben könnte, es sei das allererste. Pales sind ein gefeiertes Quintett aus dem französischen Straßburg, das mit seinen Songs zwischen Garagen-Rock-Wucht, Post-Punk-Kantigkeit und Indie-Zeitgeistigkeit Stellung gegen Diskriminierung bezieht, sich für Sichtbarkeit der queeren Community einsetzt und mit der unfassbar charismatischen Célia Souarit eine Frontfrau hat, die alles kann, nur nicht stillstehen. Von Beginn an ist deshalb klar, dass wir es hier mit einer Band zu tun haben, die man live erleben muss. Mal scheinen die Riffs aus der Noise-Rock-Welt zu stammen, dann wieder gibt es Schlenker zum Industrial-Rock oder technoider Monotonie, und sogar ein Hauch poppiger Melancholie darf nicht fehlen. Anders gesagt: Dies ist der Klang einer Band, die ihr Heil in der Flucht nach vorn, im lärmigen Tumult sucht - Ausflüge ins Publikum inklusive. Das emotionale und visuelle Zentrum dieser Performance bildet unbestreitbar die geradezu magnetische Bühnenpräsenz des unablässig tanzenden, hüpfenden und antreibenden Sängerin Souarit, die mit beeindruckender Lässigkeit zwischen ausgespuckten Spoken-Word-Zeilen, hingehauchten Chansons der Düsternis und wütend herausgeschrienen Zeilen wandelt, um ihren Schmerz - und, so darf man zumindest glauben, den einer ganzen (französischen) Generation - so direkt und unumwunden wie möglich erfahrbar zu machen. Dabei ist es genau diese Unberechenbarkeit, die das knapp 60-minütige Konzert zu einem packenden Erlebnis macht!
Weitere Infos: https://palesband.com/

