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SOPHIE CHASSÉE, BASTIAN HOHNKE, HANNA SCHWALBACH

03.10.2020 Kulturfabrik Krefeld

Herantasten an die neue Normalität: Auch die Kulturfabrik in Krefeld hält dieser Tage des Öfteren die Zehen ins Wasser und testet Anfang Oktober ihr prima durchdachtes Indoor-Hygienekonzept mit einem kleinen, feinen Singer/Songwriterabend auf seine Alltagstauglichkeit, bei dem Lokalmatatorin Hanna Schwalbach und Bastian Hohnke aus Kaarst den Stoff für ihre Coming-of-Age-Lieder direkt aus ihrem Leben pflücken und dafür sympathisch nervös zwischen Punkrock-Wucht und Fingerpicking-Folk-Zartheit (sie) bzw. betont lässig im Dunstkreis von Ed Sheeran (er) auch stets die richtige musikalische Ausdrucksform finden. Hatten Hanna und Bastian den Klang ihrer Instrumente vor allem dazu genutzt, ihre Texte zu akzentuieren, füllt die ursprünglich aus Mönchengladbach stammende Sophie Chassée mit ihrem fabelhaften Modern-Fingerstyle-Gitarrenspiel vom ersten Ton an den großen Saal der Kufa bis in die letzte Ritze und sorgt gleich mit dem Opener ´Haunting Shadow´ spätestens beim perkussiven Mittelteil für ungläubiges Staunen. Dabei verlässt sich die gerade einmal 23-jährige Musikerin auf den Spuren von John Mayer, Andy McKee oder Ben Howard nicht allein auf ihre Fähigkeiten als filigrane Gitarrenvirtuosin. Mit einem Hauch Melancholie vertont sie Episoden und Momentaufnahmen aus ihrem Leben und scheut an den richtigen Stellen – etwa beim wunderbar leichtfüßigen ´City Lights´ aus ihrem in Kürze erscheinenden vierten Album ´Lesson Learned´ – auch vor poppiger Eingängigkeit nicht zurück und begeistert als Musikerin aus Leidenschaft, die viel Herzblut in ihr Tun steckt und dabei trotz eines gesunden Selbstbewusstseins stets bedacht, ja, bescheiden erscheint. Mit einem Wort: Superfantastisch!


Weitere Infos: › www.sophiemusic.de


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