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ALDOUS HARDING

19.11.2019 Luxor Köln

„My focus keeps me shy, but I am open and you are welcome. This is the show!”, begrüßt Aldous Harding die Zuschauer bei ihrem seit Wochen restlos ausverkauften Köln-Gastspiel leicht kryptisch und entschuldigt sich damit gewissermaßen schon vorab für ihre Idiosynkrasien: ihre gewöhnungsbedürftige Mimik beim Singen, ihren staksigen Tanzstil und die mit nichts als peinlicher Stille gefüllten Stimmpausen zwischen den Liedern. Sie hätte auch sagen können: „Es geht um die Musik!“ – und die ist an diesem Abend fantastisch. Mit vier Begleitern – ein Trompete-spielender Schlagzeuger inklusive – zelebriert sie an diesem Abend die Lieder ihrer aktuellen LP ´Designer´ in glasklarem Sound nah am Original und setzt auch live auf die Faszination des detailverliebten und doch betont spartanischen Akustik-Backdrops, während sie düster-melancholisch über Leben und Tod, Liebe und Leid sinniert und mit dem beeindruckend authentisch interpretierten Bee-Gees-Cover ´Holiday´ sogar eine echte Überraschung aus dem Hut zaubert. Trotz scheuer Zurückhaltung hat die neuseeländische Indie-Folk-Überfliegerin durchaus Spaß an ihrem Tun. Sichtbar bewegt badet sie nach dem Glanzlicht ´The Barrel´ im kaum enden wollenden Applaus des Publikums und strahlt beim ungewohnt ausgelassenen ´Old Peel´ ganz am Schluss gar mit ihrer Band um die Wette. Dass sie die meisten Lieder – die Konzertgitarre in Händen – im Sitzen bestreitet und damit für das Publikum jenseits der ersten beiden Reihen praktisch unsichtbar bleibt, ist ein unschöner Planungs-Faux-pas, der Freude über diesen ergreifenden Konzertabend tut das aber keinen Abbruch.


Weitere Infos: › www.aldousharding.com


Dezember 2019
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