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AMINATA TOURÉ

Wir können mehr sein – Die Macht der Vielfalt

(Kiwi-Verlag; 266 Seiten; Taschenbuch; 14,00 Euro)

Das Leben ist bunt und vielfältig. Zumindest für mich und für die meisten aufgeklärten Menschen. Ist es dies aber tatsächlich auch im täglichen politischen Miteinander? Oder lebt es sich als schwarze, bunte Frau anders in unserem Land? In einem Land, in dem „alte weiße Männer“ (mancher junge Mann mit Anfang dreißig wirkt einstweilen uralt) nach wie vor ungehemmt davor warnen, eine Veränderung der politischen Machtverhältnisse in farbigere Richtungen (rot-rot-grün; rot-gelb-grün) zu wählen? Ist dieses Land tatsächlich immer noch so rückständig, träumt es den Traum des Vergessens? Veränderung um keinen Preis? Jede Generation hat die Verantwortung, am Leben teilzunehmen und diese selbstbestimmt mitzugestalten. Nicht gestalten lassen, sondern aktiv im Zentrum der Macht mitzumischen. Jede:r hat das Recht dazu. So weit, so gut. Wie leben junge Menschen mit den Herausforderungen unserer Zeit? Aminate Touré (Sprecherin für Migration & Flucht, Antirassismus, Frauen & Gleichstellung, Queer im Schleswig-Holsteinischen Landtag) zeigt exemplarisch auf, wie es sein kann als schwarze, bunte Frau einer jungen, neuen, aufgeweckten Generation Y. Sie wagt den Schritt in die Politik und wird zur Vizepräsidentin des Landtages gewählt. Seit dem ist sie dem öffentlichen Hassangriffen im Netz und bei Veranstaltungen ausgesetzt. Sie währt sich und hat es akzeptiert, dass das nun zu ihrem Alltag gehört. Ist das fair? Ist das gerecht? Nein. Systematische Ausgrenzung von Frauen und Minderheiten sind an der Tagesordnung, und somit ein Problem, das politisch angegangen werden muss. Das ist eine der Aufgaben die sie sich stellt. Gleichberechtigung und Gleichstellung werden immer wieder gefordert und sind im Grundgesetz verankert. Warum leben wir anders, als wir es vorgeben? Unterlaufen wir als Gesellschaft hier nicht gerade unsere eigene Glaubwürdigkeit? Eine Gesellschaft, die noch immer Mühe hat ihre eigene Rückständigkeit u.a. in der Asylpolitik zu erkennen, zu begreifen und zu verändern. Die von Offenheit spricht und das Gegenteil lebt. Was ist von dieser Gesellschaft zu erwarten? Gelinde gesagt, nichts. Jedoch macht es Hoffnung den Werdegang, das Leben von diversen, jungen Menschen zu lesen, zu erleben, die bereit sind alles in ihrer Macht mögliche zu machen, um uns aufzuwecken. Einem solchen Aufruf sollten wir als Zivilgesellschaft unbedingt, insbesondere bei den Wahlen, folgen. Um es mit den Worten von Rio Reiser zu sagen: „Wann, wenn nicht jetzt!“. Politische Veränderung braucht Mut, Weitsicht und Vielfältigkeit. Lesenswert!
Weitere Infos: https://www.kiwi-verlag.de/buch/aminata-toure-wir-koennen-mehr-sein-9783462000610


Oktober 2021
AMINATA TOURÉ
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