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DEATHCRASH (07.04.2026, Trafo, Jena)

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"Riffs that take forever" steht auf den Band-T-Shirts von deathcrash geschrieben, die es nach dem Konzert am Merch-Tisch käuflich zu erwerben gibt, und damit nimmt uns das Londoner Slowcore-Quartett das Fazit ihres eindringlichen Gastspiels in Deutschlands wohl stimmungsvollster kleiner Konzertlocation aus dem Mund. Rund 60 Minuten lang spielen Tiernan Banks, Matthew Weinberger, Noah Bennett und Patrick Fitzgerald im bis auf den letzten Platz belegten Saal des Trafos mit den Gefühlen ihres Publikums und nehmen es in langen Instrumentalpassagen zwischen atmosphärischem Post-Rock und bedrückendem Doom mit auf eine emotionale Achterbahnfahrt, an deren Ende eine befreiende Katharsis steht. Langsam, aber gewaltig stürzen die Songs der deathcrash-Frühwerke – allen voran "Empty Heavy" und das neunminütige Monster "American Metal" – auf die Zuschauerinnen und Zuschauer ein, während bei den Songs der aktuellen LP "Somersaults", die in Jena den Löwenanteil des Sets ausmachen, immer mal wieder Hoffnungsschimmer und Lichtstrahlen die düstere Schwermut durchbrechen und sich bei "Stay Forever" oder "NYC" Eingängigkeit und Melancholie die Waage halten. Obwohl deathcrash der Unabänderlichkeit des Laufs der Dinge inzwischen eher mit Akzeptanz als mit Niedergeschlagenheit zu begegnen scheinen, bleibt ihre Musik so doch ein Sinnbild für die allgemeine Post-Brexit-Verzweiflung, wenn sie die lähmende Lethargie und erschöpfende Frustration, die sich in ihrer Heimat nicht nur innerhalb ihrer Generation breit macht, brillant in Sound übersetzen.


Weitere Infos: www.deathcrash.com


Mai 2026
DEATHCRASH (07.04.2026, Trafo, Jena)
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