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NAIMA BOCK (16.04.2026, Museum Folkwang, Essen)

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Musik mit besonderer Note ist ihr Steckenpferd: Vor zehn Jahren half Naima Bock, die vielbeachtete Londoner Post-Punk-Band Goat Girl aus der Taufe zu heben, doch nach nur einem Album mit dem Quartett stand ihr der Sinn nach etwas anderem. Auf zwei bemerkenswerten Solo-Alben glänzte sie seitdem mit ihrer ureigenen Strange-Folk-Version, mit dem sie die Tugenden des Singer/Songwriter-Folk der 70er-Jahre ebenso ins Visier nimmt wie ihre brasilianischen Wurzeln. Dabei entstehen Songs, die oft eine geradezu hypnotische Wirkung haben. Mit Gitarrist Jack Ogborne (The Cindys) als einzigem Begleiter lädt Bock das gebannt lauschende Publikum ein zur Realitätsflucht, wenn sie mit eigensinnigem Folk, dezenten Tropicália-Elementen und sanften Schlenkern zum Jazz genauso fesselt wie mit ihrem angenehm dunklen Timbre. Zu den Songs ihrer Alben "Giant Palm" (2022) und "Below A Massive Dark Land" (2024) gesellen sich noch verheißungsvolle neue Stücke und mit "Canto De Yemanjá" von Baden Powell auch eine Coverversion. Das den brasilianischen Gitarrenvirtuosen offenbar niemand im Saal kennt, nimmt sie mit Humor. "Dann hätte ich ja auch sagen können, dass der Song von mir ist", sagt sie lachend, bevor sie am Ende sogar noch Wünsche erfüllt, die nicht auf ihrer handgeschriebenen Setlist stehen. "Takes One" ist ein Vorschlag ihres Gitarristen, und mit "Kaley" macht sie ganz am Ende noch eine Zuschauerin in der ersten Reihe glücklich. Man könnte auch sagen: Abgesehen davon, dass der Auftritt Curfew-bedingt mit leider nur 45 Minuten viel zu kurz war, blieben an diesem Abend keine Wünsche offen.


Weitere Infos: https://www.naimabock.com/


Mai 2026
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NAIMA BOCK (16.04.2026, Museum Folkwang, Essen)
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