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KUBLAI KHAN TX

Selbstzerstörungsmodus

KUBLAI KHAN TX

Die amerikanische Hardcore-Dampfwalze Kublai Khan TX holt mit ihrem neuen Album ´Absolute´ zum nächsten Schlag aus. Obwohl bereits seit fast zehn Jahren im Hardcore- und Metalcore-Kosmos unterwegs, sind die Texaner in Europa noch eher unbekannt. Zumindest im Vergleich mit Genrekollegen wie Knocked Loose oder The Acacia Strain. Auch live spielen Kublai Khan TX momentan eher noch in der zweiten Liga und finden sich häufig in Support-Slots größerer Touren wieder. Sänger Matt Honeycutt beantwortete einige Fragen rund um das Album und die bisherige Karriere.

Ein neues Album zu veröffentlichen bedeutet nicht nur eine Platte aufzunehmen und die Songs Fans und Publikum zugänglich machen. In fast allen Fällen steckt monate- wenn nicht jahrelange Vorbereitung hinter einem neuen Release. Es muss an Texten gefeilt werden, Riffs wollen geschrieben sein und im Idealfall bietet die Platte darüber hinaus noch einen künstlerischen Mehrwert durch passende Musikvideos, Social Media-Grafiken sowie Coverartwork. Auf letzterem prangt im Falle von Kublai Khan TX ein großer Abdruck eines Stiefels auf staubigem Boden. „Der Stiefelabdruck steht symbolisch für die starke Auswirkung, die diese Band auf unser Leben gehabt hat“, so Honeycutt.

Neben dem Albumtitel ´Absolute´ hat es außerdem der Satz „Every human is built to self-destruct“ auf das Cover geschafft. Für Sänger Matt beschreibt dieser Satz sehr treffend die Schlagrichtung der gesamten Lyrics der neuen Platte. Wem es bis hierhin noch nicht bewusst war: Kublai Khan TX machen keine weichgespülte Wohlfühlmusik. Gerade mal zwei Songs passieren die Drei Minuten Grenze. Die restlichen acht Tracks auf ´Absolute´ benötigen meist nur zweieinhalb Minuten, um auf den Punkt zu kommen. Brachiale Gitarrenriffs und eine markerschütternde Stimme blasen den Staub aus jeder Musikanlage. Spätestens die Breakdowns und Moshparts die den geneigten Hörer in ´Boomslang´ oder ´Self-Destruct´ erwarten dürfte klar sein, dass Kublai Khan TX ihre Sache ziemlich ernst meinen.

Auch textlich kommt das Quartett eher destruktiv daher.

„Viele Ideen zu den Texten entstehen einfach durch meine persönlichen Gedankengänge und Themen, die mich belasten. Und dann sind da natürlich auch eine Menge gesellschaftlicher Themen in unserem Land und der Welt, die mich beschäftigen. Generell würde ich sagen, dass ich durch meine eigenen Erfahrungen und die Erfahrungen von anderen inspiriert werde“, sagt Honeycutt.

In Kürze werden die Texaner gemeinsam mit Lionheart und Deez Nuts wieder in Europa auf Tour sein. Für Genrefans ein sicher nicht zu verachtendes Live-Package. Und darum geht es letztendlich doch bei den meisten Bands dieses Genres: Das Live-Erlebnis. Auch Vocalist Matt ist nach fast zehn Jahren und hunderten Shows der Musikszene nicht überdrüssig geworden:

„Was mich an harter Musik am meisten fasziniert? Ganz klar die unvergleichliche Energie und Atmosphäre. Es gibt einfach nichts annähernd Vergleichbares. Es lässt bei vielen Leuten wieder die eigenen Urinstinkte erwachen und sorgt dafür, dass man die moderne Gesellschaft – zumindest für ein paar Stunden – vergessen kann.“

Für Kublai Khan TX ist es inzwischen der vierte Longplayer und der zweite beim aktuellen Label Rise Records.

„Wir versuchen immer wieder die Grenzen der Band neu auszuloten und uns selbst herauszufordern. Dabei behalten wir jedoch immer unseren grundsätzlichen Sound im Auge, um uns nicht zu weit von unserer Basis zu entfernen“, so beschreibt Honeycutt das Geheimrezept der Band, um auch nach vielen Jahren einen stets frischen und abwechslungsreichen Sound präsentieren zu können.

Und wie steht es bei all der Liebe für Hard- und Metalcore um das Interesse an anderen Genres. Hat man z.B. im Hause Khan schon mal über musikalische Nebenprojekte in anderem Stile nachgedacht? Matt Honeycutt kann darüber nur schmunzeln.

„Nicht wirklich, denn wir stecken all unsere Energie und Zeit in diese Band. Wir fokussieren uns nur darauf, für andere Dinge bleibt da leider nicht wirklich Zeit.“

Man darf gespannt sein, ob ´Absolute´ die Amerikaner nun endgültig in die erste Liga der Hardcore-Szene katapultieren wird. Das musikalische Potenzial dazu ist jedenfalls vorhanden.

Aktuelles Album: Absolute (Rise Records / ADA)



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