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BROCKDORFF KLANG LABOR

Signs & Sparks

(Major Label / Broken Silence)

Liebenswerte Leipziger Laboranten liefern lauter launige Liedchen. Gut, Alliterationen muss ich noch üben, BKL hingegen stellen mit "Signs & Sparks" unter Beweis, dass sie nichts von ihren ElektroFuturePop-Fähigkeiten verlernt haben. Wenngleich man das neue KlangWerk wohl als (vorläufiges) Zwischenresultat eines "work in progress" verstehen muss und das nicht nur, weil das Publikum schon vor zwei Jahren mit der semi-physischen "Science and Sparx"-EP (s. WZ 02/22) vorbereitet und das Erscheinen der LP mit der ebenso semi-physischen EP "Sparks" abgerundet wird – nein, hier werden neben diversen Neuheiten auch viele Motive und Stücke aus der Bandgeschichte neu sortiert, umgekrempelt und re-strukturiert. Auch dem Heute angepasst, wenn das Gestern, aus dem die MusikIdee vielleicht hier und da stammt, sich zu sehr von diesem Heute unterscheidet. Wobei das gar nicht oft erforderlich ist, denn die tunes sind im besten Sinne zeitlos: das BKL-SoundDesign ist schon seit dem BandStart in den Nuller-Jahren ziemlich unverwechselbar, eine entzückende Mischung aus DIY-Attitüde und sorgfältigem SpurenSchieben, Start-Stop-Zeiten-Synchronisieren und SampleSchleifenKnoten im all die klingenden Seltsamkeiten und wunderbaren TonSchnipsel zusammenführenden RechnerProgramm. Auch thematisch schließt hier Vieles an Vieles an und wieder gibt es meist aus hochkulturellen Zusammenhängen gerissene SprachSamples (wenngleich BKL dieses Stilmittel früher deutlich intensiver einsetzten) - ich denke da besonders an das Bruchstück aus einem Kaléko-Gedicht am Anfang von "No Y.O. Lenz" oder an das gänzlich aus Hesse-Zeilen bestehende "Sand". Der ausdrücklich mit [Ein Kinderlied] untertitelte (Hoffentlich)Hit "Im Osten der Stadt" lebt nicht nur von feinen, sorgsam verbastelten Pauken-Sounds und Nadja von Brockdorffs unwiderstehlicher Stimme, sondern ganz wesentlich auch vom abschließenden Kinderchor. Sergej Klang stellt seine Crooner-Qualitäten ebenfalls unter Beweis, hinter dem smoothen Gesang steckt aber immer jede Menge Sinn. Mehr Sinn sogar, als man beim beatgetrieben Zappeln aufzunehmen vermag – deshalb kann (und muss) man die deutschen und/oder englischen Texte im höchst opulent gestalteten ComputerDadaCollagen-Klappcover nachlesen und sollte dabei unbedingt auch der den ganzen, von T.S. Eliot und Leonard Cohen über Thomas Pynchon und Kate Bush bis zum kürzlich verstorbenen Bert Papenfuß-Gorek und Nick Cave reichenden, BKL-GedankenKosmos abbildenden "Wir danken:"-Liste Aufmerksamkeit schenken. Also – auch wenn es in "The Autumn Almanach Part 1: Miss Cul-de-Sac and the Laughing God" (kann man einem Stück einen herrlicheren Namen geben?) heißt: "You think I’m cool but you are wrong" kann ich euch mit den am Ende der meditativen Übung "ENDless" zu Wort kommenden (sicher von reichlich Zigarrenrauchschwaden umwehten) AltIntellektuellen versichern: "Das ist ein großartiger Widerspruch. - Das ist völlig falsch. - Das klingt vielleicht zu abstrakt. - Das ist interessant. - Eine gewisse Kraft. Eine gewisse Motorik." Will sagen: BKL ist immer noch ganz weit vorn. 5
Weitere Infos: › www.brockdorff.com

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