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DAN DINER (Hrsg.)

Roads Not Taken – Oder: Es hätte auch anders kommen können

DAN DINER (Hrsg.)

(C.H. Beck, 287 S., 28,00 Euro)

Im Deutschen Historischen Museum in Berlin läuft im Pei-(An)Bau gerade eine sehenswerte Ausstellung, die sich mit "Wendepunkten deutscher Geschichte" beschäftigt. Wobei man sich – um dem Thema irgendwie in angemessener Form gerecht zu werden – auf den Zeitraum zwischen 1848 und 1989 beschränken muss. Das Ausstellungskonzept will anhand von 14 historischen Ereignissen Möglichkeiten aufzeigen – Wege, die eben nicht gegangen wurde, Situationen, die anders ausgegangen sind, mögliche Entscheidungen, die so nicht getroffen wurden. Das aber nicht im Sinne einer kontrafaktischen "Alternativgeschichte", sondern als Verdeutlichung der Bedeutung von Weichenstellungen – und den (manchmal zufälligen) Umständen, die dazu führten, daß es so nicht kam. Sondern anders – so, wie wir es kennen (und wie es uns völlig zu unrecht im Nachhinein als nahezu zwangsläufig, zumindest aber logisch erscheint). Im Begleitbuch zur Ausstellung werden die von "Ideengeber" Dan Diner ausgewählten "Deutschen Zäsuren" von verschiedenen Autoren essayistisch erläutert. Mit reichlich (historischem) Bildmaterial, Plakaten, Zeitungsausschnitten usw. angereichert gelingt dem Buch eine hochinteressante und gleichermaßen nachdenklich machende Reise zu Wendepunkten wie dem Mauerbau 1961 (der auch eine atomare Konfrontation zwischen USA und UdSSR hätte auslösen können), der Wirtschaftskrise 1929 (da war Reichskanzler Brüning nur "hundert Meter vor dem Ziele" mit seiner Deflationspolitik gescheitert) oder (dem Ende) der Revolution von 1848 (der Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. hätte sich ja auch gezwungen sehen können, die ihm von der Frankfurter Nationalversammlung angetragene Kaiserkrone doch anzunehmen). Auch weniger präsente Ereignisse werden auf mögliche Alternativlösungen hin untersucht, z.B. Hitlers Rheinlandbesetzung 1936, die Stalin-Noten von 1952 (in denen die SU den Westmächten einen Vorschlag für einen "Friedensvertrag mit Deutschland" unterbreitete) oder das Ende des Deutschen Bundes mit der Schlacht bei Königgrätz 1866 – auch da hätte es tatsächlich immer anders kommen können. Und (bei allem an dieser Stelle gebotenen Respekt vor den japanischen Opfern): wenn der 2. Weltkrieg nur ein paar Monate länger gedauert hätte, wäre womöglich nicht Hiroshima, sondern z.B. Ludwigsburg das Ziel der ersten Atombombe gewesen...
Weitere Infos: › www.chbeck.de/diner-gross-roads-not-taken/product/34659726

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