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METRIC

Entdecke die Möglichkeiten

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Fünf Alben lang waren Metric mit stetig wachsendem Erfolg an der Schnittstelle von alternativen Gitarren-Rock und elektronischer Indiedisco unterwegs. Jetzt blickt die kanadische Band um die beiden Songwriter Emily Haines und Jimmy Shaw ganz bewusst über den Tellerrand. Ihr just erschienenes Album ´Pagans In Vegas´ wagt sich weiter auf elektronisches Terrain vor als je zuvor, während der für das nächste Jahr anvisierte Nachfolger ganz im Zeichen eines handgemachten Vintage-Sounds stehen wird.

Doch keine Angst: Metric bleiben auch weiterhin Metric.

„Wir verlassen weder mit ´Pagans In Vegas´ noch mit der nächsten Platte vollends die musikalischen Sphären, in denen wir bislang unterwegs gewesen sind“, verspricht Gitarrist Jimmy Shaw im Westzeit-Interview. „Der einzige Unterschied ist, dass wir es uns bislang noch nie erlaubt haben, voll und ganz an den Rand unseres Spektrums zu gehen. Bisher haben wir uns immer schön in der Mitte aufgehalten.“

Die Konzentration auf die musikalische Schnittmenge war allerdings eher den Umständen geschuldet denn ausgeklügeltes Konzept. Kämpfte die Band nach ihren Frühwerken ´Old World Underground, Where Are You Now´ (2003) und ´Live It Out´ (2005) noch ums nackte Überleben, blieb der betont unabhängigen Band, die sich seit Jahren um alle künstlerischen wie geschäftlichen Belange selbst kümmert, nach dem Überraschungserfolg mit ´Fantasies´ von 2009 kaum Zeit, über einen Richtungswechsel nachzudenken. Folglich war das 2012er-Werk ´Synthetica´ ein typisches Nachfolgealbum, mit dem die Band den einmal eingeschlagenen Weg konsequent, aber ohne große Überraschungen weiterverfolgte.

„Es hätte sich nicht richtig angefühlt, nun noch einmal das Gleiche zu machen“, erklärt Shaw die Neuausrichtung der Band für ´Pagans In Vegas´. „Wir wollten einfach nicht die nächste Platte einer Trilogie machen, sondern eine neue Richtung einschlagen und etwas ausprobieren, was wir noch nie gemacht hatten. Es gibt ja gar nicht so viele Bands, die so lange dabei sind wie wir, und um dieser Tatsache gerecht zu werden, wollten wir Grenzen überschreiten.”

Der Spaß, den die Band beim Entdecken der Möglichkeiten hatte, lässt sich auch daran ablesen, dass die Kanadier erstmals ungeniert ihre musikalischen Einflüsse in Form von kleinen Sound-Hommagen in vielen Songs durchscheinen lassen, wissend, dass das in der Indiemusik anders als beispielsweise im Hip-Hop eigentlich verpönt ist.

„In der weißen Musik ist es den Musikern geradezu peinlich, zu ihren Einflüssen zu stehen“, glaubt Shaw. „Vermutlich haben sie das Gefühl, dass das kein wahrer Ausdruck ihrer Gefühle wäre. Als sich die Referenzen bei uns ganz organisch einschlichen, hatten wir zwei Möglichkeiten: Wir konnten sie maskieren und verstecken oder offen dazu stehen. Letzteres ergab für uns einfach viel mehr Sinn. Ich bin mit Depeche Mode, New Order und The Cure aufgewachsen und finde es toll, dass sich diese Einflüsse jetzt bemerkbar machen.“

Entstanden sind die Songs für die beiden Alben, die gewissermaßen Solo-Platten der beiden Protagonisten unter dem Banner Metric sind, während einer längeren Auszeit, die sich die Band nach ´Synthetica´ verordnet hatte. Shaw werkelte in seinem Heimstudio in Toronto mit einem CS80-Synth und tauchte dabei ohne nostalgische Gefühle tief in den elektronischen Klangkosmos seiner alten Helden der 80er ein, Haines dagegen schrieb auf Reisen nach Nicaragua und Spanien Lieder für akustische Instrumente. Anstatt die neuen Songs auf eine gemeinsame Platte zu zwingen, entschieden sich Metric dann allerdings, die unterschiedlichen Ansätze auf zwei separaten Alben ausgiebig weiterzuverfolgen.

„Deshalb fühlte ich mich beim Aufnahmeprozess von ´Pagans´ viel freier und konnte genau das machen, wonach die Songs verlangten“, verrät Shaw. „Es gibt auf ´Pagans´ Lieder, die vollkommen ohne Gitarre, Bass und Schlagzeug auskommen. Das habe ich mir nur erlaubt, weil ich wusste, dass es auf der nächsten Platte Songs komplett ohne Elektronik – ohne Click-Track, ohne Drumcomputer, ohne Synthesizer – geben wird. So konnten wir beide Seiten für sich sprechen lassen – mit der Gewissheit, dass die beiden Platten zusammen ein Ganzes ergeben.“

Aktuelles Album: Pagans In Vegas (MMI / Rough Trade)

Foto: Norman Wong

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