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BLIND

Epische Klänge

BLIND

Wenn eine Band mit der Veröffentlichung ihres Debuts schon bei einem Label wie der EMI unterkommen und zudem mit ihrer allerersten Scheibe fünfstellige Verkaufszahlen vorweisen können, kann man wohl von echten Glückskindern im eher rauhen Musibusiness sprechen: Die Rede ist von Blind aus Andernach, denen Geld, Gold und Glück jedoch völlig schnuppe war und so beschloss das Quartett um Sänger Steve, seinen Majordeal sausen zu lassen und ihr Schicksal fortan wieder in die eigenen Hände zu nehmen. So gründeten sie zur Veröffentlichung ihrer neuen Scheibe ‚The Fire Remains‘ Blind Records - eine Entscheidung, die sie immer noch stolz macht.

„Uns war einfach wichtig, wieder unabhängig zu sein und alles selbst bestimmen zu können. Majordeal hört sich immer so toll an, aber es bedeutet eben auch viele Auflagen und Einschränkungen und wenn die nicht gerade einer von deren Spitzenacts bist, lohnt es sich nicht. Da ist uns unsere Freiheit mehr wert.“

Blinds Texte unterscheiden sich wohltuend vom überzogenen Triefsinn, den manch andere englisch singende Combo aus mangelndem Sprachgefühl zutage fördert. Ihre Lyrics besitzen den nötigen Tiefgang, ohne in der Kanalisation zu enden – episch ist die perfekte Beschreibung – Gassenhauer und Singalongs sucht man hier vergeblich:

„Was meine Texte angeht, habe ich einen gewissen Anspruch an mich selbst. Ich habe z.B. null Bock, dass sich irgendein Amerikaner oder Engländer, dem einer unserer Songs zu Ohren kommt, den Arsch ablacht. Darum verwende ich sehr viel Zeit und Mühe darauf, unsere Lyrics so perfekt wie möglich hinzubekommen. Und auf so Mitgröhlstücke stehe ich auch nicht, weil da die Texte ja schon ziemlich simpel sein müssen und das liegt mir nicht. Mir kommt es in erster Linie darauf an zu schauen, was der Song braucht, als darauf ob man mitsingen kann oder nicht.“

Ihr Drang unabhängig zu sein und Dinge nach ihrer eigenen Facon durchzuziehen hat sich für Steve & Co bisher als Segen erwiesen. Da wo andere Bands jahrelang an verschlossenen Labeltüren kratzen oder um Aufmerksamkeit heischen müssen, konnten die Jungs aus Andernach mit ihrer Attitude offene Türen einrennen. Die Liste derer, mit denen sie die Bühne teilten ist lang und exquisit: Night Wish, Silbermond, Guano Apes und nicht zuletzt Superstars wie Limp Bizkit. Auch In Extremo luden zu einigen Supportshows ein und nahmen schließlich sogar den Song ‚Ave Maria‘ zusammen auf – last but not least klopften schließlich selbst die Toten Hosen auf der Suche nach einer Vorband an.

„Beides war natürlich ziemlich aufregend für uns: Beide Bands haben ja nun mal ihr ganz eigenes Publikum und wir rechneten damit, es als Supportact eher schwer zu haben und waren erstaunt, wie gut wir von den Leuten aufgenommen wurden. Das Gleiche galt auch für die Toten Hosen. Ich denke es ist einfach wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass das Publikum ausschließlich für diese eine Band kommt und gar keinen Bock hat, sich irgendeine XY-Vorband anzugucken. wenn man das mit dem nötigen Respekt behandelt, kommt man ganz gut an. Es war für uns natürlich unglaublich um die 40.000 Menschen innerhalb weniger Tage zu erreichen, aber es war jetzt echt nicht so, dass uns die Toten Hosen Fans nach den Shows die Tür einrannten.

Ich muss zugeben, dass mir diese Riesenfestivals eh nicht so liegen, da man vom Publikum aufgrund der großen Distanz fast nichts mitbekommt. Mir sind Clubshows wesentlich lieber.“

Im Dezember steht eine Riesentour anlässlich des Releases von ‚The Fire Remains‘ an und man ist schon sehr gespannt, endlich auch mal in Italien spielen zu können.

Und was wäre der absolute Traumact, mit dem ihr gerne mal spielen würdet?

„Nirvana!! Aber das wird wohl nicht mehr hinhauen. Ich spreche wohl für uns alle, wenn ich Foo Fighters sage. Das wäre ein Traum, ich weiß gar nicht, ob man sich sowas überhaupt wünschen darf.“

Stay tuned: www.blindpage.de

Aktuelles Album: The Fire Remains (Blind Records / Intergroove)



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