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SKULLCRUSHER, JO FROM SCHOOL (10.06.2026, Die Wohngemeinschaft, Köln)

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Rund drei Jahre nach ihrem letzten Gastspiel an gleicher Stelle kehrt Helen Ballentine alias Skullcrusher an diesem Mittwochabend in die Kölner Wohngemeinschaft zurück – und zeigt sich dabei von ihrer ursprünglichsten Seite. Mit ihrer vor wenigen Monaten veröffentlichten aktuellen LP "And Your Song Is Like A Circle" hatte die im New Yorker Hudson Valley lebende Künstlerin eigentlich ihre Anfänge als klassische Singer/Songwriterin ein Stück weit hinter sich gelassen und sich als progressive Avantgarde-Folk-Künstlerin in ein neues, strahlendes Licht gerückt. In der Domstadt hingegen präsentiert sie ihre Lieder entschlackt und entschleunigt im Geiste ihrer Frühwerke. Zunächst steht allerdings die Londonerin Jo Geller alias Jo From School auf der Bühne. Mit einer formschönen Gretsch-Stromgitarre in den Händen präsentiert die junge Newcomerin ihre Songs, eine Mischung aus emotionalem Folk-Rock und eingängigem Indie-Pop, in einem spartanischen Gewand. Dabei liegt die Aufmerksamkeit voll auf ihrer verletzlich wirkenden Stimme, wenn sie auf den Spuren von Größen wie Adrianne Lenker oder Elliott Smith wird ihr kurzes und nicht zuletzt wegen ihrer fröhlich-aufgekratzten Art zwischen den Liedern auch kurzweiliges 30-Minuten-Set so zum idealen Einstieg in diesen Konzertabend der leisen Töne. Denn während Helen Ballentine daheim in den USA bei den Skullcrusher-Konzerten inzwischen oft mit einer kompletten Band auf der Bühne steht, um den Klangkosmos des "And Your Song Is Like A Circle"-Albums vollständig abbilden zu können, wird sie dagegen lediglich von Adelyn Strei an der Querflöte und an der Klarinette unterstützt. Wie schon auf bei ihren frühesten Studioaufnahmen - und bei ihrem ersten Besuch in der Wohngemeinschaft vor drei Jahren - wirken deshalb viele Songs skizzenhaft und fragmentarisch wie flüchtige Momentaufnahmen. Die Lieder des neuen Albums spielen dabei überraschenderweise nur eine untergeordnete Rolle. Zwar gehören "Periphery" sowie "Vessel" und "The Emptying" ganz am Schluss zu den eindringlichsten Momenten des 50-minütigen Auftritts, der Großteil der Lieder stammt aber aus dem Debütalbum "Quiet The Room" und der 2022 erschienenen "A Storm In Summer"-EP, darunter auch das wunderbare "Song For Nick Drake". Während die Skullcrusher-Songs im Studio manchmal in nach innen gekehrter Melancholie verharren, sorgt Streis feinfühliges Spiel live für erhebende Momente und helle Farbtupfer. Dabei weiß Strei aber auch sehr genau, wo die Emotionen der Songs das Spiel mit der Dynamik erlauben und wo Ballentines zerbrechliche Stimme den absoluten Fokus verlangt und Zurückhaltung ihrerseits Trumpf ist. Mit minimalen Mitteln zelebrieren die beiden so ein faszinierendes Wechselspiel aus Licht und Schatten und schlagen behutsam einen Bogen von Singer/Songwriter-Tristesse zu moderner, kammermusikalischer Eleganz.


Weitere Infos: skullcrusher.online


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