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PUTA VOLCANO

Aus Athen in die Welt

PUTA VOLCANO

Die griechische Alternative-Band Puta Volcano hat mit ´AMMA´ vor kurzem ihr neuestes Album veröffentlich. Doch es ist nicht irgendein Album, sondern das für Musiker berühmt-berüchtigte dritte Werk der Karriere. Die aus Athen stammende Gruppe besinnt sich darauf auf ihre altbekannten Qualitäten aber ist auch bereit neue Einflüsse zuzulassen. Kurz nach dem Release beantwortete Sängerin Anna Peinige Fragen rund um den neuen Longplayer.

Wie waren die Reaktionen auf euer neues Album, das ihr am vergangenen Freitag veröffentlicht habt?


„Die Leute scheinen es zu mögen, was uns sehr viel bedeutet. Unser musikalisches Schaffen richten wir nicht auf die Hörgewohnheiten von den Leuten aus, sondern schreiben die Musik, die wir selbst hören möchten. Wir haben unser bestes gegeben, um unsere musikalische Idee umzusetzen und Menschen daran teilhaben zu lassen. Gerade in der heutigen Zeit ist es glücklicherweise einfach, anderen die eigene Musik zugänglich zu machen, ohne dabei Kompromisse eingehen zu müssen.“

Könnt ihr mir etwas über Themen sagen, die ihr in den Lyrics zum Album aufgreift und welches Konzept ihr verfolgt habt?


„Das ganze Album ist von Dualität geprägt, also könnte man sogar sagen, dass es sich bei ´AMMA´ um ein Konzeptalbum handelt. Wir kehren zurück in die Welt von ´Harmony of Spheres´ – unserem Vorgängeralbum – und entdecken eine verwandelte, ja dystopische Welt. Ironischerweise erinnert diese ganze Corona-Situation nun daran…Die zweite Hälfte der Platte dreht sich dann um AMMA, was auf Hindu soviel bedeutet wie „Übermutter“. Also eine Mutter, die alles tun würde, um ihre Kinder zu beschützen. Alle Songs zusammen nehmen den Hörer mit auf eine große Reise, die es zu durchleben gilt.“

In welcher Verbindung stehen das Coverartwork und die inhaltliche Ebene des Albums?

„Das Artwork ist aus einem meiner kleinen Kunstprojekte entstanden, welches ich 2018 in New York anfertigt habe. Die Skulptur soll ein Sinnbild für die Vergänglichkeit der Zeit sein. Für mich ist es eine Art Monument eines weiblichen Körpers, der in ein Laken gehüllt durch den Kosmos reist. Irgendwie sieht es aus wie ein merkwürdiges Geschenk, das niemals jemand auspacken wird. Die oftmals verkannte aber größte Macht der Menschheit – Mütter.“

Lass uns über den Song ´Black Box´ sprechen. Würdest du sagen, es handelt sich um einen politischen Song?

„In dem Lied geht es um Gleichberechtigung und wie einfach es ist, diese zu vergessen. Es bezieht sich dabei besonders auf Frauen, denn unsere momentane Gesellschaft benachteiligt oftmals und Frauen müssen härter für Dinge kämpfen als Männer. Das mag für viele politisch sein aber wir sind eine unpolitische Band. Für uns ist das eher ein grundlegendes kulturelles Problem.“

Aus meiner Sicht gibt es nicht viele griechische Bands, die die Aufmerksamkeit bekommen, die euch inzwischen zu teil wird. Was denkst du, sind die Gründe dafür?

„Es gibt eine Menge größerer Alternative-Bands in Griechenland. Auf internationaler Ebene haben wir aber noch Nachholbedarf. Wir sind gerade erst im Aufbau eine Szenebewegung aufzubauen, die regelmäßigere Touren in Europa möglich macht und eine entsprechende professionelle Infrastruktur mit Promotern, Tour-Managern und Booking mitbringen muss. Wir profitieren bereits von anderen griechischen Bands, die es noch wesentlich schwieriger als wir hatten. Und nach uns werden es Bands wieder ein Stück leichter haben. Insgesamt ist das ein gesunder Wettbewerb, der dafür sorgt, dass wir uns weiterentwickeln und die griechische Szene sich im Musikbusiness etablieren kann.“

Was ist euer Geheimnis, um das Songwriting stets frisch und spannend zu halten?

„Wenn es eine Sache gibt, die wir als Musiker gut können, dann ist es Nein zu sagen. Wir können 50 Ideen haben, die interessant sind aber bei denen wir wissen, dass es nicht Puta Volcano-Material ist. Und in der Regel sind wir uns immer einig. Alles was diesen kreativen Filterungsprozess übersteht, passt dann für uns alle.“

Aktuelles Album:
AMMA (iota5 Records/The Orchard)

Foto: Yiorgos Kaplanidis

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