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QUICKSILVER - QUICKSILVER

QUICKSILVER
Schenkte man dem Waschzettel Glauben, müßten auf der gegenüber dem Teenbeat-Original gar noch um eine 2.CD mit neun Bonustracks erweiterten Europaveröffentlichung eines Trios aus Brooklyn, NY revolutionäre, ja bewußtseinsverändernde Klänge ertönen. In Wirklichkeit ist "You Are Here (extended)"(BB*Island/Cargo) von +/- (Plus/Minus) aber genau das, was man laut Info unbedingt vermeiden möchte. Nämlich komplett durchschnittlicher EmoIndieRockElektroKram, der - wenn ein Höhepunkt wie die von netten Noiserockeinwürfen demontierte Elektroballade "Scarecrow" Hoffnung macht - umgehend in gniedeliges Hymnentum umkippt.
Bei "The Wooky People"(Fastball/SonyBMG/Neo) vom einem österreichischen Gutmenschenkreis namens TSCHEBBERWOOKY bereitete einen die Lektüre des Infoblattes zumindest darauf vor, daß gleich gaanz doll echter Weltreggae von Menschen, die wo so richtig dreadlocks haben und voll gut Musik machen, aus den Boxen kommt. Wenn genug Kraut in der Birne ist, findet aber wahrscheinlich sogar solcherlei Plunder Kundschaft.
Von anderem Kaliber ist da der ebenfalls aus dem beschaulichen Alpenland kommende LOUIE AUSTEN, der sich von Commercial Breakup-Mastermind Vredeber Albrecht für ein eigentlich ziemlich banales Liedchen eine satte Produktion stricken ließ. "Too Good To Last"(L.A.Music/klein Records) spielt weiter mit dem Crooner-Klischee des weltmännischen Sonnyboys und bereitet nach etwas Eingewöhnung durchaus dauerhaft Vergnügen.
Die Finnen sind einem ja schon wegen ihres massiven Alkoholproblems und ihrer ganz eigenen Haltung gegenüber der römischen Kurie sympathisch. Und daß dort jede Menge skurrile Typen ordentliche Musik machen, ist auch nicht neu. Da sind wir von MARKO HAAVISTO & POUTAHAUKAT beinahe ein wenig enttäuscht. Denn die fabrizieren auf "Hollolasta Teksasiin"(Humppa Records/Broken Silence) ziemlich konventionellen RootsRock ohne merkliche Brechungen.
Ganz anders die KASIA ALLSTARS, die schon mit dem wundervollen Namen ihrer CD punkten: "In the 7th moon, the chief turned into a swimming fish and ate the head of his enemy by magic"(Crammed Discs/Indigo) verbindet die mittlerweile unter dem Fachbegriff Congotronics geführte Wildheit afrikanischer PopAdaption mit nahezu voodoohaftem RitualBeat, ohne allerdings ganz an die raue Magie der Vorreiter von Konono No.1 heranzureichen.
Auch aus dem Kongo (zumindest bezüglich der familiären Wurzeln), allerdings wesentlich Message-belasteter und für meinen Geschmack ebenso überambitioniert wie durchschnittlich sind LOPANGO YA BANKA, eine Raptruppe junger Flüchtlinge, die sich in Dland zusammenfand um im Idiom ihres Herkunftslandes von ganz wichtigen Dingen zu erzählen. Auch musikalisch ist "Kongo Bololo"(Nkalunga Records/Isango) trotz angestrebter Einbindung exotischer(er) Wurzeln nicht überzeugend.
Es gibt immer wieder Dinge, die einen verblüffen: Die australische Qualitätsmarke Extreme (wo 2000 u.a. Merzbows legendäre 50-CD-"Merzbox" erschien) hat eine Label-Kompilation als (kostenfreien) "download only" zusammengestellt und bewirbt diese mit einer Promo-CD. Darauf muss man auch erstmal kommen. Die 12 tracks aus den jüngsten, durchweg empfehlenswerten und zunehmend jazzlastigen Veröffentlichungen sind auf www.xtr.com zu finden.
Darunter auch ein Stück von Luca Formentinis CD "Tacet", auf deren WESTZEIT-Rezension ein symphytischer Schweizer Avantgarde-Gitarrist mit der Übersendung von vier CDs reagierte, denen ich etwas mehr Platz einräumen möchte. BERHARD WAGNER dokumentiert darauf nämlich seine Aktivitäten in der internationalen "Livelooping"-(Nischen)Gesellschaft. Die Solo-CD "The Fourth Night" adaptiert die perlende Schönheit der Gitarrenläufe eines Viny Reily (The Durutti Column) vor dem Hintergrund einer Ambient/Improv-Sozialisation, wie sie insbesondere auf der gemeinsam mit Michael Bearpark als PEDALTONE für Burning Shed aufgenommenen gleichnamigen CD deutlich wird. Als INTERNATIONAL LIVE LOOPING TRIO spielte Wagner im Oktober 2004 im Luggage Store in San Francisco mit dem Japaner Sunao Inami am Laptop und Rick Walker an Perkussion, electronics und "found sounds" ein beeindruckendes 45-Minuten-Live-Set. Die CD "Synced!"(C.U.E. Records) konserviert die aus schwebenden, zuweilen ins "dronige" umschlagenden electronics und dezenten Gitarrentupfern bestehenden Ambientkonstrukte in einer freundlichen bootleg-Atmosphäre. Wie bunt und facettenreich die "Livelooping"-Szene (von der mir vorher bestenfalls ein Bruchteil bekannt war) ist, dokumentiert die Kompilation "Looper's Delight Vol.3"(C.U.E. Records). Zwischen verspielten Stereo-Flanges und meditativ-konzentrierten Fingerübungen (im engeren Sinne) wird hier das Komplizierte frei komponiert. Da gehören charmante Störgeräusche und gesungene Haikus ebenso dazu wie strukturalistischer Ambient (vom deutschen Duo Parsick/Reuter) oder beinahe popkompatibler Groove aus Norwegen. Ein Besuch auf www.bernhardwagner.net könnte also der Beginn einer abenteuerlichen Klangreise sein
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© 01. August 2008  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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