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GRAVENHURST - Fires In Distant Buildings

 
Warp Records / Rough Trade
Ende der 90er ging Nick Talbot nach Bristol – nicht zuletzt wegen Bands wie Third Eye Foundation oder Flying Saucer Attack. Er spielte hier und da, merkte aber alsbald, dass sich die Zusammenarbeit mit anderen Musikern zuweilen schwierig gestaltet. Er besann sich auf sein Multiinstrumentalistendasein und widmete sich fortan ganz seinem Heimrekorder und somit Gravenhurst.
Auf den ersten Werken ging es balladesk bis folkig zu. Obwohl Talbot gerne auch mal wie Bob Mould gerockt hätte. Seine Stimme lässt nur leise Klänge zu, dachte er. Auf dem dritten Fulllength-Album gesellt sich nun doch eine gute Portion Rock dazu. Zusammen mit Schlagzeuger Dave Collingwood kreierte der Singer/Songwriter ein eindringliches Werk, eine Independentreise von Psychedelic über 60th Underground bis Postrock.
Dynamik ist ein Zauberwort – Aereogramme lassen grüßen; Einzelklänge; dann ein Takt verzerrte Gitarre; dazu fragiler Gesang. Der Opener „Down River“ dauert sieben Minuten, beginnt minimalistisch und baut sich auf, ohne in Lautstärke zu explodieren. Es folgt der wunderbare drei-Minuten-Popsong „The Velvet Cell“. Schmissige Melancholie á la Slut. Es folgt ein zweiminütiges Outro, ein Fragment, eigenständig. In der Folge schmeicheln sich Orgel, Klavier oder Glockenspiel ins Ohr. Die Gitarre wird herrlich geschrabbelt oder gefühlvoll gezupft; Kraft und Tiefe. Zum Abschluss gibt’s das Kinks-Stück „See My Friends“ in psychedelischer zehn-Minuten-Version.
Gefühlvoll, berührend und durchweg schön.
VÖ: 24.10.05
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Weitere Infos: www.warprecords.com
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© 01. November 2005  WESTZEIT ||| Text: Ulf Kneiding ||| Artikel empfehlen
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