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STATIC ROOTS FESTIVAL 2018 - 13. / 14.07.2018 Zentrum Altenberg Oberhausen

 
Americana-Festivals gibt es etwa bei unseren niederländischen Nachbarn wie Sand am Meer. In Deutschland indes gibt es seit drei Jahren nun endlich auch zumindest eine Anlaufstelle für Freunde organischer, klassischer Roots-Musik. Das Static Roots Festival, das seit 2016 im Zentrum Altenberg in Oberhausen stattfindet, zeigt dabei zudem, wie vielseitig die Musik, die unter dem Sammelbegriff Americana zusammengefasst wird, eigentlich sein kann. Nicht nur, aber auch weil das Festival aufgrund seiner Entstehungsgeschichte eng mit dem irischen Kilkenny verbunden ist, was dazu führt, dass neben Acts aus den USA, Kanada (und Deutschland) auch regelmäßig irische Künstler in Oberhausen zu Gast sind, die das Klangspektrum natürlich entsprechen zusätzlich ergänzen.

Auch das diesjährige Line-Up konnte sich wieder hören lassen: Die Songwriterin Hannah Aldridge aus Muscle Shoals aus dem Staate Alabama eröffnete den ersten Festivaltag mit einem vielseitigen, stilistisch und inhaltlich breit gefächerten, klassischen Singer/Songwriter-Set, in dem sie Themen aus allen möglichen Bereichen – wie Liebe, Untreue, Mord oder Horrorfilme – aufgriff. Die Stephen Stanley Band aus Toronto bot klassischen Roots-Rock US-amerikanischer Prägung während die irische Midnight Union Band hingegen mit eine britischen Note überzeugte (inklusive Coverversionen von den Smiths und den Pogues und ohne auf Irish-Folk-Elemente zurückgreifen zu müssen). Die Kanadierin Terra Lightfoot legte dann eine überraschend vielseitige und unterhaltsame Vollbedienung in Sachen Schweinerock mit 70's Flair und Glam-Grunge Note auf's Parkett.
Der zweite Tag begann hingegen mit einer klassischen Folk-Darbietung. Während Justin Osborne ansonsten mit seiner Band Susto auch mal hinlangen kann, klagte er seinen Männerschmerz hier in Form klassischer „Loner Songs“ in die Welt hinaus. Anthony Da Costa war dafür mit seiner Dänischen Begleitband The Sentimentals angereist und beeindruckte mit einem sich manisch steigernden Liedermacher Rock-Set in dem er auch seine Qualitäten als leidender Gitarrist ins Zentrum stellte. Charlie Whitten zeigte mit seinem sentimentalen, aber hübschen Solo-Set auf der E-Gitarre dann eine weitere unerwartete Americana-Facette. Ebenso wie Hadley McCall Thackston, die – mit der Stephen Stanley Band im Rücken ihr Europa-Debüt als Performerin gab. Nicht nur aufgrund ihrer sympathisch nervösen Darbietung geriet diese Show zu einem emotionalen Höhepunkt des Tages. Das Allstar Trio um Danny Wilson (der mit seiner Band Danny And The Champions Of The World fast zum Static Roots Inventar gehört), Robin Bennett und Tony Poole machte sich einen Spaß daraus, die klassische amerikanische Gitarrenpop-Musikhistorie mit englischem Twang und Poole's Rickenbacker-Sound nach ihren Bedingungen in eigenen Songs zu verwursteln. Merkwürdigerweise war es dann das anteilig aus Schweizern und Österreichern bestehende Quartett Prinz Grizzley, das mit seinen Country-Folk die klassischsten Americana-Sounds des Tages fabrizierte, bevor dann die Cordovas in einem extrem spielfreudigen, spontan unstrukturierten und zuweilen benebelten (aber dennoch unterhaltsamen) Set demonstrierten, dass sie Grateful Dead nicht zum Spaß covern und dabei doch die komplette Bandbreite klassischer amerikanischer Musikgenres im Blut haben. Mit ihrem umjubelten Set führten sie das Festival zu einem fulminanten Abschluss. Als Fazit lässt sich sagen, dass sich das Static Roots 2018 als erste Adresse für die Standortbestimmung in Sachen Americana in unseren Breiten erwies.
Text + Photos: Ullrich Maurer

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