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JAZZJANZKURZ

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GARETH DAVIS und DUANE PITRE haben gemeinsam aus einem 1/2stündigen ElektronikBrummen mit Bassklarinettenverzierungen eine wunderbare hommage an die dunkle nordische Urmutter "Nótt"(Midira) geschaffen. Bedrohliche Schönheit. 5
Auch PIPs "Possible Worlds"(Sofa) bestehen aus einem einzigen track, den Torstein Lavik Larsen (tr, sampler, synth) und Fredrik Rasten (g, electr) "in one take without overdubs" improvisierten. 1:06:17 lang open-tuning-Gitarrenschläge, lange Trompetentöne und dezentes Rauschen, das zum Ende hin nach etwas Glockenspiel deutlich geräuschhafter wird. 4
Dass "Umland"-Platten immer ein Ohr wert sind, habe ich ja schon mehrfach erwähnt - hier drei neue Beweise: Auf Sax und Orgel formulieren LUISE VOLKMANN und DIDIER MATRY ihre "Wünsche", die bei aller Intimität durchaus auch Spitzen haben. Ganz unesoterische, freie Musik im sakralen Hallraum, mal meditativ, mal zupackend ("Mehr Tanzen"). 5
Wenn es heißt: SUPER JAZZ SANDWICH "Plays The Enneagramm, Vol. 1", denkt man die ersten Schlagzeug-Takte lang an eine Rockband, aber Trompete und Sax beginnen schnell miteinander zu ringen. Andere Stücke, z.B. das großartige "The Enthusiast" (ärgerlicher Tippfehler im tracklisting!), leben von feinen mit- oder gegeneinander gespielten Melodielinien und vom Freien Spiel der Balancen sowieso. 5
Auch HEINER RENNEBAUMs aus einem klassischen Streichquartett plus sax-b-dr-git bestehendes DOPPELQUARTETT erkundete in der D-dorfer Jazz-Schmiede "Live"(alle Umland) die Feinheiten im GrenzFeld von JazzImprovisation und PostRock. Sehr dezent, aber kraftvoll und am stärksten bei "Mäandertaler". 4
JOSHUA REDMAN vertraut auf (fast) das gleiche Instrumentarium, bei der mit dem Streich4er BROOKLYN RIDER eingespielten CD "Sun On Sand"(Nonesuch) fehlt nur die Gitarre. Das Ergebnis ist nett, manchmal sogar etwas zu nett. 3
NILS WOGRAMs NOSTALGIA überrascht zur gewohnt grandiosen Posaune des Chefs mit SchweineOrgel und Melodika. Mal liegt die Kraft in der Ruhe (Soft Power), mal im Expressiven - das sind wahrhaftig "Things We Like To Hear"(Nwog). 4
Das ERIK TRUFFAZ QUARTET arbeitet zur schwermütigen Trompete nach wie vor mit Elektronik, "Lune Rouge"(Warner) klingt vertraut und spannend zugleich. 4
Als BILL EVANS 2011 mit der WDR BIG BAND den Kölner Stadtgarten bespielte, wuchsen in "The East End"(Jazzline) aus einem solide-konventionellen Big-Band-Grund zu messerscharfen BläserSätzen frisch-wilde Sax-Linien. 4
Mit dem NUH(U)SSEL ORCHESTRA bleibt's groovy: "The Forest"(Unit) ist Fusion mit Banjo, einem deutschem Rapper und fetten Bläsern im elektronischen Blubbern. 4
Ins gleiche Horn stößt THE SOULJAZZ ORCHESTRA mit seinen "Chaos Theories"(Strut) zwischen ReggaeBeat und engagiertem Kool & The Gang-DiscoFunk. 4
Noch mehr nu-jazzy SoulFunk gibt's mit den "Revolutions"(Légère) von RESOLUTION 88 aus London: "Dig Deep" in der "Matrix"! 4
Etwas weniger "deep", aber auch voller Funk'n'Soul ist "Phosphenes"(Agogo), das Debut des Berliner 9ers WANUBALÉ. 4
Mehr auf CubanJazz machen JANE BUNNETT & MAQUEQUE. "On Firm Ground/Tierra Firme"(Linus) ist mir trotz des emanzipatoischen "all female"-Ansatzes zu schmusig-brav. 3
Deutlich reduzierter ist die "Historia de un Amor" von LIPA MAJSTROVIC & TIZIAN JOST. Eine feurige "Esencia de Bolero" nur mit Stimme und Piano. 4
MELANIE BONGs "Gipsy Fire"(beide DMG) bleibt mir etwas zu glatt, selbst wenn Meister Lulu Reinhardt himself hier zum LatinBeat die Saiten zupft. 3
ERIC LEGNINI frönt auf "Six Strings Under"(Anteprima) einem zarten Gitarren/Piano-LatinJazz zwischen Bossa Nova und Bowies Major Tom. 3
Eine Überraschung war für mich der elegant-semiakustische GitarrenJazz von FolkRocker BRUCE COCKBURN auf "Crowing Ignites"(True North). Mal ganz groß, mal etwas arg durchgeistigt. 3
Prägnant, luzide, spannend – das gilt für "Ossala"(meta) vom GILBERT PAEFFGEN TRIO. Der Chef an Hackbrett und drums, begleitet von Piano und einem herrlichen Kontrabass (Claude Meier). "Es ist kein Schlager" und doch sehr harmonisch. 4
Auch LAMMEL-LAUER-BORNSTEIN bilden ein p-b-dr-Trio der besseren Sorte. Ihr "Field"(Traumton) ist zutraulich-warm und doch voller Spannung, genießt z.B. die stoische Ruhe der "Sinfonia" mit ihrem feinem BassBogenStrich oder den Klavier-perlenden "Tau". 4
Der as-p-b-dr-Sound von SCOPES ist modern und solide, aber auch etwas arm an Kanten oder Überraschungen. Das "s/t" Debut des 4ers bleibt daher im guten Durchschnitt stecken. 3
Jeff William hat für Stan Getz, Dave Liebman und viele andere getrommelt, mit BLOOM hat ein ein eigenes p-b-dr-Trio am Start, auf dessen namenloser CD(beide Whirlwind) die drums des Meisters von smooth, aber konzentriert hingezauberten Melodiefragmenten umspielt werden. 4
Auch die CD des SKARBO SKULEKORPS hat keinen Titel(Hubro), auch hier trommelt der Chef und doch ist Sprung von Bloom zur GedankenWelt des Norwegers Oyvind Skarbo weit. Mal wie Devo in Jazz, dann wie Till Brönner in Dada oder Parliament in Auflösung - immer überraschend, immer anders als erwartet. 4
Das gilt auch für "It's Morning"(RareNoise) von LED BID. Was hier mit britischem understatement aus ProgJazzRock wächst, erfährt in den Gesangsnummern mit Sharron Fortnam besondere Größe. 5

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