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POP(PE)´S TÖNENDE WUNDERWELT

Diverse

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Schweden liegt im wilden Westen. Könnte man meinen, hört man „Devil On The Loose“ (Popup-Records / Cargo) von drei Herren aka BLACK RIVER DELTA aus Bollnäs. Zwei Gitarren, Drums, und eine Mundharmonika mutieren zu einem Groove-Shuffle, der mit schweren psychedelischen Riffs virtuell in der Prärie angesiedelt ist. Genau dort, wo der Black Rebel Motorcycle Club nie hinkommt. VÖ: 04.03. *****
Kaum zu glauben, aber wahr: Der aktuell beste „Britpop“ kommt derzeit aus Kopenhagen, Dänemark. Die PAPER TIGERS zaubern „Head Over Heels“ (Brilljant Sounds / Indigo) herrlich unaufgeregten Power-Pop, der ab dem siebten, achten Song dann plötzlich auch „richtig“ zur Sache geht. Oasis waren 1995 nicht weit von diesem Sound entfernt... ***
Auch Melodic-Soft-Rock wird in Kopenhagen groß geschrieben: Das Sextett SIAMESE bietet auf dem gleichnamigen Album (Prime Collective / Cargo) viele melodiöse, teilweise vertrackte Pop-Orchester-Bombast-Sequenzen, die an die große Zeit dieser Spielart vor 30 Jahren erinnert. Sauber eingespielt, sauber im Klang. **
In Norwegen dagegen handelt ATLANTER, ein Quartett aus Oslo, mit „Jewels Of Crime“ (Jansen Plateproduksjon / Broken Silence). Perkussive Elektronik-Dudeleien schlängeln sich in die Gehörgänge, ohne Begeisterungsstürme zu entfachen. Zappel-Sound, der laut Info Psychedelia / Prog-Rock sein soll, jedoch nicht als solcher erkannt wird. Schwer zugänglich! *
Die obskurste Scheibe kommt aus den Niederlanden. „Exo“ (Suburban Records / Soulfood) von MONOMYTH. Ganz ohne Worte intonieren sie mit „Uncharted“ als Opener eine Krautrock-Drone, die 14,5 Minuten in Anspruch nimmt. Auch die anderen vier Spacerocker sind recht lang, oszillieren scheinbar durch den Weltraum, und sind subjektiv eher als Hörmöbel zu gebrauchen. Komisch, das. VÖ: 18.03. **
Genau im Trend der Zeit liegt das VIECH aus Graz. Fünf bärtige, männliche Grazien wechseln sich auf „Yeah“ (LasVegas Records) im Gesang ab, so dass weder ein Frontmann bzw. einzige Singstimme auszumachen sind. Oft geht es heiser-knarzig in den deutschen Texten der Österreicher zu. Von der Beziehungskrise bis zur Gesellschaftskritik deckt der trockene Rock thematisch nahezu alles ab. **
EGG BITES CHICKEN nennt sich eine Zürich-Hannover-Kollaboration, die einerseits krachenden Rock zelebriert, andererseits große Inspirationen wie Paul McCartney-Pop, Nirvana-Grunge, Alex Harvey-Glam, Manu Chao-Folk und Punk nicht verleugnen kann. Quasi jeder Track auf „Get Laid“ (Alibiba Records / Soulfood) fußt in einem anderen Stil. Sehr abwechslungsreich – eingespielt von Ex-Viva / Ex-Terry Hoax-mitgliedern. **
„Are We There Yet?“ (Noisolution) fragen sich THE ANIMEN. Damit meinen die Schweizer jedoch nicht ihren Heimatort Carouge bei Genf, sondern eher die Sechziger Jahre. Im HighTechSound heutiger Tage scheppert Beatmusik durch die Boxen, deren Orgel auch die damaligen Hitlieferanten der Animals nicht besser hinbekommen haben. Vintage-Sounds treffen auf Soul mit Rock-Appeal auf Underground und Pop-Strukturen. Cool. ***
Subjektiv im großen Feld zwischen orientalischem Klang, Elfengesängen und amerikanischem Girl-Pop bewegt sich der zweite Longplayer der im Schwarzwald aufgewachsenen MADELINE JUNO. Doch „Salvation“ (Embassy Of Music) erscheint nicht die Erlösung zu sein, sondern eher ein modernes Konglomerat aus hochmoderner, doch scheinbar gesichtsloser Pop-Unterhaltung. Schade, Juno´s Debut „The Unknown“ lebte 2014 noch von vielen überraschenden Wendungen. ***
Guten, gediegenen Rockpop liefern die KILLERPILZE aus Dillingen an der Donau. Album No. „Sex“ lässt keine Erinnerungen an die vormalige Teenieband mehr zu. Erwachsene, sonnige Texte und Gitarren lassen das Trio nicht aus-, sondern durchbrennen. Sänger Jo ist mittlerweile 26, der große Charterfolg zehn Jahre her. Neue Themen („Mantra“, „Trip“, „Stadt voller Frauen“) gehen den Jungs mittlerweile durch die Köpfe, macht sie „High“ (Nordpolrecords / Soulfood). VÖ: 18.03. **
FRIEDEMANN spricht Rügener Platt. Er lebt auf der Ostsseeinsel Rügen, betreibt dort mit Freundin und Tochter einen Bauernhof. Jedenfalls erzählte er vor fünf Jahren davon, als das Best of „Snack Platt orrer stirb“ seiner Hardcore-Formation Cor thematisiert wurde. Seitdem ist viel passiert, Friedemann hat seine zweite Soloscheibe „Wer hören will muss schweigen“ (Exile on Mainstream Records / Soulfood) am Start. Eine echte Weiterentwicklung, wenngleich hochdeutsch eingesungen. Schwermut auflösender, rockender Problemlöser-Indie-Blues wäre eine passende, eigens für den Sänger kreierte Schublade. Oder aber Lagerfeuer-Rock gegen das Gejammere und Genöhle dieser Zeit! ****
Reinhard Repkes Berliner CLUB DER TOTEN DICHTER hat mit PETER LOHMEYER als Sprechsänger rustikal „Charles Bukowski – Gedichte neu vertont“ (Edel: Kultur). Spröde Countrysounds und Gossenromantik verneigen sich vor einem Lebensstil, der den stärksten Bullen umgehauen hätte. Lohmeyer schafft es, den Worten Melancholie und Tiefe einzuhauchen. Ein sehr interessanter Hörgenuss! ****
Direkt aus den USA, Portland, kommt die RADIATION CITY. Deren „Synesthetica“ (Poly Vinyl Rec / Ada) mixt kalten Disco-Sound (Goldfrapp meets Blondie) mit stark rhythmischem Schwebesound, der jedem Starshiptrooper zur Ehre gereichen, gleichfalls jeden Videostar killen würde. Ehrlich abgehoben! ****
Das Duo HERMITUDE hat mit seinem fünften Werk „Dark Night Sweet Light“ (Nettwerk) in seiner Heimat Australien bereits Platz 1 der dortigen Albumcharts erreicht. Bei uns gibt es das Werk erst seit dem 26.02. käuflich zu erwerben. Ob die 11 Dancehall inspirierten, mit vielen Synthi-Riffs und Gästen versehenen Electronica-Sounds bzw. der Future Rhytm´ n´ Blues die alte Dame Europa erobern werden können, wird sich zeigen. Auch, ob die zusätzlichen 4 Bonustracks dabei helfen... ***
Neben all den innovativen Sounds sollte man nie vergessen, dass Familienzusammenhalt sehr wichtig ist! Das demonstrieren die nach 10 Jahren reformierten THE CORRS aus Dundalk, Irland. Ihr traditionsreicher Folk ist zwar dem Pop gewichen... Dennoch präsentieren die Drei Schwestern nebst einem Bruder auf „White Light“ (EastWest / Warner), dass Musik auch einfach „mal so“, zur Untermalung, laufen kann. Ohne dem sehr traditionellen „Gerry´s Reel“ wäre es jedoch nicht zu einer ***-Wertung gekommen. ***

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