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QUICKSILVER

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Damit meine kläglichen Versuche, hier gelegentlich auch mal einen Blick (bzw. ein Ohr) in das für viele wohl leider immer noch nur als Parallelwelt existierende Land "E-Musik" (fuck that label) zu werfen, vielleicht etwas besser wahrgenomen werden, beginnen wir mit Klaviermusik von zwei Alters- und Leidensgenossen: ERWIN SCHULHOFF (*1894) und VIKTOR ULLMANN (*1898) starben beide in NS-Lagern. Studiert hatten sie bei Reger bzw. Schönberg und was MARGARETE BABINSKY bzw. LALA ISAKOVA auf den in der Reihe "Pianorarities"(Crsytal Classics) erschienenen CDs darbieten, überzeugt von den Jazz- und Dada-inspirierten Stücken bzw. (nachempfundenen) Improvisationen des Kommunisten Schulhoff bis zu Ullmanns strengeren Sonaten aus Theresienstadt (inkl. der wundervollen "Variation und Fuge über ein hebräisches Volkslied") durchweg. Sehr bewegend! 5/4
Mit dem PortugiesenBlues befassen sich "Legends Of Fado" (natürlich u.v.a. auch mit Fado-Queen AMÁLIA RODRIGUES) und "Fado Navegante"(beide ARC Music) von MÁRIO MOITA. Ersteres ist ein perfekter Einstieg in den klassischen Fado, letzteres dürfte durch eingeflochtene Tango-, Morna- oder Paso Doble-Elemente Fortgeschrittenen Spaß machen. 4/3
Wie man den Cubanismo in einen Popkontext versetzt, demonstrieren die metalerfahrenen SaitenhexerInnen RODRIGO Y GABRIELA & C.U.B.A. auf "Area 52"(Rubyworks/PIAS/Rough Trade). Kein LatinPop, sondern eine mit satten Bläsern fein abgestimmte, elektronisch beigewürzte Nachhilfestunde in Sachen Flitzefingerei. 3
Noch etwas mehrheitsfähiger und damit leider auch seichter ist wohl der "Baby Blues"(Kame/Warner) von Y'AKOTO. Produzentencredits u.a. von Mocky helfen (mir) da bei diesem zwar freundlich groovenden, aber leider auch etwas einfallslosen AfroSoulHop nicht viel. Mehr Biß, bitte! 2
Von einer indianischen Legende ließen sich Produzent Mangara und Chanteuse Zamagna zu KONEA RA inspirieren. Das Debutalbum "Pray For Sun"(Vienna Wildstyle/Broken Silence) wirkt wie ein Überbleibsel der im Schatten von Portishead und Massive Attack vor 15 Jahren schwappenden TripHop-Welle. Sehr nett, mit einigen guten Ideen und einer genretypischen Schmeichelstimme, aber doch epigonal. 3
Schon mit seiner Band Nemo fiel der Brite JAMES COOK angenehm auf. Solo wirbelt er auf "Arts & Sciences"(Deepsee Music/Rough Trade) nervös und doch souverän durch quietschig-satirische SynthBritPop-Arrangements (manchmal kurz vor Echo & The Bunnymen!). 3
Höre bei "I Will Set You Free"(Central Control International/Al!ve) vom Ex-Magazine- und Bad-Seed-Member BARRY ADAMSON nur ich leichte Marc-Almond-Anklänge? Oder versteckt sich hinter Klappern, Donnern und Quietschen wirklich ein melancholischer Crooner? 3
Deutlich fragiler und entrückter begegnet uns PETER BRODERICK (Efterklang) auf seiner CD mit dem schönen Titel "http://itstartshear.com";. Viel Akustik: sprudelnde Pianolinien, scheue Celli und anderes Gestreich, wispernder Gesang - und doch kein SchüchterFolk, sondern im Grunde recht beherzter Pop jenseits aller Grenzen. 4
Das Instrumental-Trio DIRTY THREE eröffnet "Towards The Low Sun"(beide Bella Union/Cooperative Music) wesentlich energischer, beinahe postrock-noisig. Dann wird's (etwas) zahmer, bleibt aber (oft) recht dicht an Tortoise & Co., wobei eine sehr einfallsreiche und unkonventionelle Schlagzeugarbeit kennzeichnend ist. 4
BOY FRIEND laden auf eine Zeitreise in die Glanzjahre von 4AD ein, denn auf "Egyptian Wrinkle"(Hell, Yes!/Rough Trade) schwelgen die Freundinnen Christa Palazzolo und Sarah Brown (etwas zu sehr) in 80er-DreamPop zwischen Cocteau Twins und Lush. Kuschlig, aber vorbei. 3
Auf das huschig-träumerische Element setzen auch FENSTER, ein Berliner-Mädchen-Junge-Duo, das auf "Bones" sanfte Gitarrenspuren über unschuldige Folkrhythmen schichtet und das alles gerne mal mit ordentlich Hall überzuckert. Passt bestens in's Morr-Universum. 4
Anders YOUNG MAGIC, die mit "Melt"(beide Morr Music/Indigo) zeigen, dass man dort auch heftiger auftreten kann. Fortgeschrittener AvantPsychPop, der sich (zumindest für mich) deutlich an Animal Collective anlehnt. 3
Ähnlich aufgeregt und noch offensiv psychedelischer wird's mit "Hither Thither"(K&F Records/Broken Silence) von 5 Iren, die sich O EMPEROR nennen. Pop, wie ihn Syd Barrett vielleicht gemocht hätte, mit und ohne LSD. 3
Der CD-Titel "The Boy With The Zorn In His Side"(Ata Tak/Broken Silence) lässt den Smiths-Fan in mir schmunzeln. Aber für die ROCKFORMATION DISKOKUGEL ist mein Horizont zu eng. Ich verstehe zu wenig von diesem ganz offenkundig wirklich hervorragenden, dezent hektischen und ganz offensiv schlauen (Non)SensePop. Golden-zitronig und ironie- wie zitatsicher. Mag ich das? JaNeinVielleicht. 4

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