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BORIS SAWINKOW - Das fahle Pferd

 
dtv, 289 S., 11,90 EUR
Der grandiose Übersetzter Alexander Nitzberg hat diesen bisher kaum bekannten, 1908 im Pariser Exil vom "Topterroristen" Sawinkow geschriebenen Roman ins Deutsche übertragen und mit Jörg Baberowskis klugem Nachwort und der deutschen Erstveröffentlichung eines weiteren kurzen Sawinkow-Textes ergänzt. In Tagebuchform werden präzise, klar und künstlerisch gelungen die Gedankengänge eines kalten Berufsattentäters (Ich-Erzähler George) geschildert. Auch die Motive seiner Kampfgefährten (von Mordlust über romantische Verblendung bis Todessehnsucht) werden seziert: da ist der der religiöse Schwärmer Wanja, der handfeste Proletarier Fjodor, der naive Ideologe Heinrich und die depressive Bombenbauerin Erna. Das Töten ist in diesem Gedankengebäude nicht verwerflich, sondern notwendig: "Es gibt keine Liebe, es gibt keine Welt, es gibt kein Leben, es gibt nur den Tod." Erst der eigennützige Mord am Gatten seiner Geliebten im Duell stürzt George in eine Sinnkrise, die er (wie den Roman) mit diesen Worten beendet: "Mein Revolver ist bei mir."

Weitere Infos: www.dtv.de/buch/boris-sawinkow-das-fahle-pferd-14585
© 01. November 2017  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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