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DANIEL DE ROULET - Zehn unbekümmerte Anarchistinnen

 
Limmat Verlag, 184 S., 24,00 EUR
"Glück kommt ohne Erzählung aus." berichtet eine der Titelheldinnen vom herrschaftsfreien Leben auf einer Insel im chilenischen Pazifik. Angesteckt von den Ideen der in ihrem Heimattal im Schweizer Jura gegründeten "Antiautoritären Internationale", entflammt von den Reden Bakunins und ein klein wenig auch aus jeweils privaten Gründen hatten sie sich auf Freiheitssuche in Südamerika begeben. 1873! Ohne Männer, mit einer "Kriegskasse" aus 10 Taschenuhren (man hatte in der aufkommenden Uhreninstrie gearbeitet) und viel Enthusiasmus ging es nach Übersee - auch wenn die Vorhut dort gewaltsam zu Tode kam. Auf dem Schiff ist eine weitere Tote zu beklagen und auch in Patagonien ist nicht nur der Wind unangenehm. Die "schönen Unbekümmerten" suchen weiter individuelles Glück in neuen gesellschaftlichen Formen - "eine gewisse Undurchsichtigkeit gewährleiste jeder ihre Freiheit", auch in Liebesdingen. In Buenos Aires wird ein Haus besetzt und weiter für die absolute Freiheit gekämpft, fast immer gewaltlos. Ein stilistisch eigenartiger, aber sehr stringenter Text, ein selten behandeltes, aber hochinteressantes Thema und ein Autor, der die vielfältigen sozialphilosophischen Themen auch persönlich durchdrungen hat, machen dieses Buch zu etwas sehr Besonderem.

Weitere Infos: www.limmatverlag.ch/programm/titel/816-zehn-unbekuemmerte-anarchistinnen.html
© 01. November 2017  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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