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TIM MOHR - Stirb nicht im Warteraum der Zukunft

 
Heyne Hadrcore, 560 S., 19,99 EUR
Tim Mohr ist ein amerikanischer Übersetzer, Journalist und Autor, der in den 90ern in Berlin lebte, dort u.a. als DJ arbeitete und dabei einen Typen kennenlernte, der bei Planlos (eine Band der ersten DDR-Punk-Generation) Gitarre gespielt hatte. So entstand die Idee, die Geschichte des Ost-Punks (nochmal) aufzuschreiben, genauso, wie damals die Bands: aus dem Zusammentreffen gleichgesinnter Leute, dem Willen, etwas zu machen und einer guten Prise Zufall. Stilistisch ist die Mischung aus storytelling, Aktenanalyse und Historienbeschreibung durchaus gelungen, juvenile Wut und politische Ideen der Protagonisten werden packend beschrieben. Allerdings scheint mir die These, wonach die Punks (auch durch den intensiven Kontakt mit der "Kirche von unten") im Grunde die Hauptakteure bei Kampf gegen das System waren, dann doch zu steil. Etliche der im Nachhinein als Revolutionäre stilisierten waren im Grunde nur egozentrische Säufer und nicht selten auch Schläger. Nichtsdestotrotz haben Namenlos, Schleimkeim und Co. politisch und musikalisch Spuren hinterlassen. Wie es dazu kam (und - zu kurz - was daraus wurde), kann man hier nachlesen.

Weitere Infos: www.randomhouse.de/Buch/Stirb-nicht-im-Warteraum-der-Zukunft/Tim-Mohr/Heyne-Hardcore/e517202.rhd
© 01. September 2017  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla
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