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QUICKSILVER - QUICKSILVER

QUICKSILVER
Die Anantolin OLCAY BAYIR wohnt in London, ihr "Rüya – Dream For Anatolia"(ARC) atmet daher sowohl die dezente Exotik des musikalischen Erbes wie auch ein wenig von der pulsierenden Aktualität einer urbanen Metropole. Alevitischer WorldSufiSoulFolk. 3
Ähnlich wild vermischt sind die Einflüsse beim Marokkaner Said Tichiti, der seit 20 Jahren in Budapest lebt und dort die Band CHALABAN gründete. Auf "Gleimim" erklingen zur Gimbri-Laute des Chefs maghrebinische GnawaKlagen, westafrikanische KoraGrooves und jazzgeschulte Saxofonsätze in trauter Eintracht. 3
Während ihrer Jahre bei Le Mystere des Voix Bulgares und im Eva Quartet hat die Bulgarin Gergana Dimitrova aka. BELONOGA genug über leicht esoterischen GlobalFolk gelernt, um zu wissen, wie sie auf "Through The Eyes Of The Earth" bulgarische Folklore, diverse Flöten, wilde Soli der Gadulka-Laute und electronics unter einen Hut bekommt. 4
Nach 12 Jahren Klezmer Kaos heißt das neue WeltMusikProjekt einer in Paris lebenden Isländerin nun HEIÐA BJÖRG & THE KAOS. "Inspiration"(alle NarRator) spielt (mit) Klezmer, etwas Vaudeville, rockendem ElektroPop (inkl. Cover vom Rag'n Bone (Hu)Man). "Danse Urbaine", dem man das vermeintlich typisch Isländische so gar nicht anmerkt. 3
Vom sendungsbewussten ProtestSong über Dubbiges bis zur wilden ProgGniedelei ist bei den "Soldiers Of Light"(Membran) von JARMO SAARI REPUBLIC alles dabei. Der finnische GitarrenStar hat gleich drei Schlagzeuger an seiner Seite, die ihre Erfahrungen aus Avant/Ambient/Welt/Jazz/Rock/uswusf. schlagfertig einbringen. 3
Auch IFRIQIYYA ELECTRIQUE ist recht perkussionlastig unterwegs, aber hier sind die Gitarrenriffs deutlich schwerer. Zusammen mit Sufi-geschulten TunesierInnen zelebrieren auf "Laylet el Booree"(Glitterbeat) ein französischer Experimentator und eine italienische Untergrundelektrikerin faszinierend-peitschende RitualSounds. 4
Die 4 bis auf einen finalen Bläserstoß aus reiner TrommelZauberei bestehenden Stücke von JULIO "CHOCOLATE" ALGENDONES aka. "Peru's Master Percussionist"(Buh Records) entstanden schon 1990 und werden nun – zurecht – neu aufgelegt. Wer möchte, kriegt diese 40 Minuten CajonMagie sogar auf buntem Vinyl. 3
Bunt geht’s auch auf "Philantropiques"(Heavenly Sweetness) vom französischen "beatmaker" GUTS zu. Dessen Plan heißt "Afro-tropical"-GroovePower und der geht auf dieser sehr abwechslungsreichen Platte bestens auf. 4
Eigentlich gibt es schon genug Cubanismo-Platten, aber "La Maravilla"(Connector) von der CONEXIÓN CUBANA macht trotzdem Spaß. Und bald ist ja wieder Sommer, da schaden ein paar neue Son-Kracher ja nie. 3
Mit dem Reggae-Personal kenne ich mich leider nicht so gut aus, aber bei INNA DE YARD sind wohl einige GenreGrößen dabei. Ihr "s/t"-Album (Chapter Two) schunkelt ordentlich, ich habe Edith Piafs "Hymne à l'amour" erst gar nicht erkannt. Und bei der "Ain't No Sunshine"-Fassung sagt mir sogar der Name des Sängers etwas (Horace Andy – war oft Gast bei Massive Attack).
Der "Ancestor Boy"(Concordia) von LAFAWNDAH mag zornige beats, komplexe NuSoul/Trap-Konstrukte und ClubElectronics. Sollte das R'n'B sein, ist R'n'B doch nicht so übel. 3
Ein update vom "Original Sound Of Sheffield" liefert RIAN TREANOR mit seinem Debut "Ataxia"(Planet Mu). Mehrfach gebrochene beats wie zu seeligen Jungle-Zeiten, minimalistische SoundToppings, verdrehte vocals – so klingt heute vermutlich der DanceUnderground von morgen. 4
Entspannen kann man sich bei DEAF CENTER, die auf "Low Distance"(Sonic Pieces) über ihre filigran arrangierten elektrischen Störungen elegische Klavierakkorde oder Fragmente freundlicher Gitarrenmelodien legen. Entdeckt das Zarte im Geräuschhaften! 5
Auch ganz großartig und außerweltlich zugleich sind die beiden endlosen "Scalar Fields"(Room40) von YANN NOVAK. "yellow, blue, yellow" und "orange, pink orange" ist sanfte DroneKunst für Synästhetiker. 4
Auf "KiTsuNe - Brian the Fox"(Flau) kann man verfolgen, wie sich eine SongIdee von ROBERT WYATT unter den Händen von THE FUTURE EVE über die Jahre (ver)wandelt (Projektstart war 1998!). Das kunstvolle hohe Wyatt-Heulen bildet die Brücke über WirbelStraßen aus zeitlupenhaft/sanften drones. 5
Dem komplexen Werk des Sprach/Klang-Experimentatoren ÅKE HODELL kann man nun mit der famosen 3CD-Box "Verbal Brainwash and Other Works"(Fylkingen) nachspüren. Der vor 19 Jahren mit 81 gestorbene Schwede verknotete Maschinengewehrsalven, blökende Schafe oder brüllende Militärs zu symphonischen Collagen. Modifizierte Wiederholungen, SprachExperimente aus langgezogenen VokalSchreien, die "Internationale" in obskuren MorseCodes und eine "Racing Car Opera" – auch in seinen Radiohörstücken wurde zur Auseinandersetzung mit akustischer Kunst aufgefordert. 5
Mit THE PROPER ORNAMENTS wird’s wieder zugänglicher, denn ihr leicht verschleppter 80iesIndiePop schwelgt auf "6 Lenins"(Tapete) in melancholischer GitarrenSeeligkeit. Bei "Bullet From A Gun" oder "In The Garden" darf man sogar an Velvet Underground denken. 4
Eine etwas psychedlisch-gruftigere Variante davon spielen THE UNDERGROUND YOUTH auf "Montage Images Of Lust & Fear"(Fuzz Club). 3
Nach über 40 Jahren an vorderster Front sind die MEKONS immer noch aufrechte Kämpfer, die Hammer und Sichel im artwork ihrer neuen CD "Deserted"(Glitterbeat) nicht als bloßes Accessoire verstehen. Auch wenn sich die Songs jetzt (noch) dichter an Folk bzw. Americana anlehnen, blitzt hier aus jeder Zeile die Anarchie. 4
Der Brite BEN BARRITT verkörpert für mich die Mitte zwischen Nick Drake und Paul Simon. Sein fluffiger, garantiert Langeweile-freier FolkPop klappert auf "Everybody's Welcome"(Musszo) mit freundlicher Rhythmik, inkl. feiner BläserVerzierungen und einem lustig dahin hoppelnden Bass. 4
Etwas enttäuscht bin ich von "Facing The Wall"(Eastblok), der neuen IL CIVETTO-Platte. Die französisch/deutschen Songs finden zwischen Pop und Folk leider keine rechte Balance aus NettSein und VerändernWollen.
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