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QUICKSILVER - QUICKSILVER

 
QUICKSILVER
"Th/s Is Sh/t"(Upton Park) sagt das gleichnamige Elektroprojekt aus Paris selbst zu seiner EP. Ganz so hart wäre ich gar nicht, obschon dieses EBM-update wirklich nicht übermäßig spannend ist. 2
Das ist bei der nächsten EP schon anders. "White Sun Live Part 1: Strings"(Morr) versammelt Stücke, die Jófríður Ákadóttir für ihre diversen Band- (ua. Pascal Pinon) und Soloprojekte geschrieben hatte, nun aber unter ihrem Decknamen JFDR als Streicher/Piano-tracks neu arrangiert hat. Verträumt und voller morr'scher Niedlichkeit. 4
Weniger niedlich, aber doch sehr zugänglich bleibt die "Battle Of Kings" der von Lemmy (RIP) selbst wohl noch als "Motörhead des Folk" geadelten Schotten SAOR PATROL. Dudelsack, drei Trommler/Schlagzeuger und eine Stromgitarre lassen die inhaltlich vielleicht etwas blasse Heldenverehrung der keltischen Vorfahren musikalisch Fahrt aufnehmen in eine Märchenwelt von Einhörnern und löwenherzigen Rittern. Mir ist das etwas zu penetrant und dick aufgetragen. 3
"A Cry For Revolution" kommt aus Bolivien. Dort genießen LOS ROPHAY Kultstatus, denn die Band bemüht sich seit mehr als 50(!) Jahren um das musikalische Erbe des Landes (und war 1976 das erste ARC-signing). Einige westliche (Streicher-)Einflüsse verwässern die im badischen Karlsdorf aufgenommene Platte nur wenig, über weite Strecken hält die Musik ausreichend Distanz zu Fußgängerzonen-Anden-Kitsch. 3
Richtig spannend ist die als "Melodic Circle"(alle ARC) titulierte "Urban Classical Music from Iran", die die Cousins MEHDI & ADIB ROSTAMI auf Setar (=Laute) und Tombak (=Trommel) spielen. Das Ganze ist als zweiteilige Suite angelegt, die mystische Tradition und jetztzeitliche Frische vereint. 4
Ziemlich flott legen auch YXALAG (soll das wirklich "Galaxy" rückwärts sein?) auf "Klezmer Tales - Fun Tashlikh"(gpARTS) los. Kein Wunder, holen sie sich doch ihre Inspiration direkt bei den Übervätern des Genres (schon Dave Tarras, Naftule Brandwein und Abe Schwartz spielten diese "nigun"). Aber Bandleader Jakob Lakner versteht es auch in seinen Eigenkompositionen, jiddische Traditionen und akademisches Musizieren zu verbinden. Und das gelingt nicht vielen, ohne in pure Fingerfertigkeit oder theoretische Übersteigerung zu verfallen. Hört das z.B. zarte Zusammenspiel von Geige und Posaune (ungewöhnlich genug im Klezmer, aber sehr passend) bei "Yankel's Melody" und verfallt wie ich diesen Lübecker Hochschulabsolventen. 4
Die Harfenistin KATHRIN PRECHLOF möchte ihr TRIO "Toward The Unknown"(Pirouet) führen. Christian Weidners Altsaxophon ist ziemlich present, den Kontrabass auf dieser eher ruhigen, überlegten, manchmal auch anstrengenden KammerJazz-CD spielt Robert Landfermann, den man schon vor Jahren mal zusammen mit Dörner, Leimgruber und Lillinger auf einer sehr spannenden Creative Sources-CD hören konnte.
Das artwork von MASAYOSHI FUJITAs "Book Of Life"(Erased Tapes) zieren zwei Blossfeldt-Fotografien. Die s/w-Nahaufnahmen von Blumen reflektiern die "Strenge trifft Schönheit"-Ideen des in Berlin arbeitenden Vibraphonisten recht gut. Durch die Hinzuziehung von Streichern, Bläsern oder eines Chores wird das Rigide des präparierten Vibraphons mehrheitsfähig abgefedert. Wobei "mehrheitsfähig" eigentlich Quatsch ist, denn Nischenmusik bleibt das hier bei aller partiellen Gefälligkeit immer noch. 4
Auch Swans-Gitarrenberserker NORMAN WESTBERG ist auf "After Vacation" eher friedlich unterwegs. Ambiente Gitarrenlayer überlagern sich, manche pulsen rhythmisch-ruhig, andere ziselieren die Obertöne. Ausreichend Konzentrationsfähigkeit (und vielleicht eine abgedunkelte Umgebung) vorausgesetzt, lassen sich darin viele Facetten entdecken. 5
Wenn TOSHIMARU NAKAMURA sein "No-Input Mixing Board" kurzschließt, kriegen die Lautsprechermembranen Panik. Das jüngste Werk des japanischen Meisters der konzentrierten Rückkopplung heißt "Re-Verbed"(beide Room40) und zeigt eine in diesem Kontext so nicht erwartete Breite im klanglichen Spektrum. Manche Tonfolgen scheinen beinahe harmonisch, das Knacken und Pfeifen der Frühwerke weicht pattern-orientierten RhythmusSchleifen, auch der Gedanke "Dub" ist gar nicht so fern. Wie der Mann das handwerklich hinkriegt, ist mir nach wie vor ein Rätsel. 5
CARL STONEs Doppel-LP mit "Electronic Music From The Eighties And Nineties"(Unseen Worlds) beginnt ganz interessant mit einer Art Tierschrei-Nachbildung, die sich selbst beständig umkreisend zur Kontemplation einlädt. Die Seiten 2 und 3 sind dann eher langweilige Etuden für Flöten, zitternde Synthie-Arpeggien etc., aber mit der spätestens in der Mitte ihrer 23 Minuten angenehm kantig werdenden (und hier zum ersten Mal überhaupt veröffentlichten) Gamelan-Destruktion "Mae Yao" wird die Sache nochmal recht aufregend. Meditationsmusik für Avantgardisten? 4
Ihrem Anspruch, die Grenzen des Pianos zu erweitern, werden BART VAN DONGEN & RICHARD VAN KRUYSDIJK auf "One Two Three Four Five"(Opa Loka) zwar nicht ganz gerecht, dennoch ist diese Kombination von melancholischen Klavierlinien und diversen, stets aber dezenten elektronischen Zutaten, nicht unbedingt einfallslos. Nur ein wenig langatmig. 3
Das vermeidet WOLFGANG MITTERER mit "Nine In One"(col legno), in dem er das Lebenswerk eines Großen komprimiert. Wenn die Themen aller 9 BEETHOVEN-Sinfonien in einer knappen Stunde elektronisch amalgamiert werden, ist Aufmerksamkeit gefragt, einschlafen wird da niemand. Die Originalaufnahmen eines Sinfonieorchesters hat der Österreicher im Rechner verschränkt, das Ergebnis wird (offenohrige) Klassikfreunde ebenso begeistern wie jene, die mit dem Namen Hans Platzgumer was anfangen können. Der bezeichnet das Ganze in seinen linernotes einmal so respektlos wie treffend als "Orchesterauffahrunfall".
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