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QUICKSILVER - QUICKSILVER

 
QUICKSILVER
Was war ich gespannt auf das remix-Album von YASMIN HAMDAN! Umso größer die Enttäuschung, als auch nach mehrfachem Durchlauf keiner der tracks von "Jamilat Reprise"(Crammed Discs) so richtig zünden will. Ob szeneaffine Leute wie Acid Arab oder rmx-Auskenner vom Schlage Brandt-Brauer-Frick – niemand konnte den Originalen wirklich Neues abringen. Was im Grunde ja durchaus für eben jene spricht. 2
Auch das von der AMSTERDAM KLEZMER BAND mit den ungarischen Tamburica-Zupfern von SÖNDÖRGÖ gezeugte Kind überzeugt nicht so recht. "Szikra"(Vetnasj) fehlt Straßenschmutz und Schweiß, ist zu sauber und latent akademisch. 2
Deutlich spannender ist da der Sampler "Mexico - The Best Boleros from the Costa Chica"(ARC), eine CD voller Musiker, die in GitarrenFolkBands Mestizo und Bolero zusammendenken können. 3
Die Grammy-dekorierte DOBET GNAHORÉ präsentiert mit "Miziki"(LA Café) ein nettes, größtenteils in Bété ("eine der 72 Sprachen der Elfenbeinküste") gesungenes Popalbum, das elektronisch flimmert und zugleich Platz für leichtfüssige Westafrika-Gitarren und feingliedrige Rhythmen lässt. 4
Aus Mali ist man WüstenBlues durchaus gewöhnt, wie souverän SAMBA TOURÉ jenen aber auf "Wande"(Glitterbeat) mit seiner Gitarre aufs absolut Wesentliche reduziert, beeindruckt schon sehr. 4
NTJAM ROSIE hat Wurzeln in Kamerun, zollt mit "Breaking Cycles" aber dem Avant-R'n'B der 90er (remember Erykah Badu?) Respekt. Fraktale beats, stakkato-vocals, groove ohne Ende und hin und wieder auch etwas Bar-sweetness (remember Sade?). 4
Rosies Labalkollegin CRISTINA BRANCO bleibt stimmlich zwar nahe am klassischen Fado, versteht es auf "Branco"(beide o-tone) aber, musikalisch die Klischees zu brechen und (nicht nur, weil bei den entspannten Sessions schon mal das hintergründige Vogelzwitschern mit aufs Band durfte) neben etwas Jazz auch reichlich Pop zum Neo(!)Fado zu reichen. 4
Nochmal zurück zum Reduzierten: Man kennt Simon Camatta eher als ImproJazz-Trommler, wenn er aber im HANDSOME COUPLE seine Sticks zu St. Kirchhoffs Banjo wirbeln lässt, dann entsteht aus der instrumentalen Beschränkung grandiose Musik. Die "s/t"-CD (Umland) bietet 10 Stücke lang großen HörSpass für alle, denen Country zu langweilig ist. "Instrumentale HipHop-Musik" in der richtigen Mischung von Kreativität und Kaputtheit. 4
Typische AmericanaSounds erwarten uns bei "Directions"(Kumpels&Friends) von THE GREEN APPLE SEA. Handwerklich sauber, mit durchaus interessanten Wendungen, aber – wie so oft in diesem Genre – auf Dauer auch ein klein wenig langweilig. 3
Aber nicht so langweilig wie der Niedersachse SON. Der Elton-John-Klon verschafft mit seinem sentimentalen GitarrenFolkPop vielleicht 21jährigen Medizinstudentinnen aus dem Schwarzwald aufgeregte Träume, den anderen sagt schon der CD-Titel "An Absence Of Colour"(Motor) alles. 2
Auch beim "Cosmic Wink"(Mexican Summer) der US-Songwriterin JESS WILLIAMSON muß man sich "Wozu das?" fragen. Obwohl hier zumindest stellenweise etwas von wirklicher Verzweiflung durch die angenehm sparsam und doch hochdramatisch instrumentierten Stücke schimmert. "Wild Rain" z.B. ist sogar richtig gut. 3
Wir müssen uns beeilen: Mit großer Popgeste verbreitet FOÉ aus Toulouse auf "Îl"(Tot ou tard) seine elektropoppenden Ideen. Französisch gesungen, international produziert, durchaus gelungen. 3
Ähnliche Baustelle, nur getragener und von Gitarre/Piano-Besinnlichkeit bestimmt ist JULIEN DORÉs "Vous & Moi"(Sony). Schöne Scheibe. 3
Auch französisch, auch (Synthie)Pop, mit "Renaissance"(Finalistes) aber eher in der freundlichen Indievariante - so gehen die Pariser RAVAGES an den Start. 3
Isländische ElektroKlimperPopNiedlichkeit im besten Klischeeformat verbreitet "Light Is Liquid"(Morr) von ÖRVAR SMÁRASON (ex Múm, FM Belfast...). Ich höre sowas immer noch sehr. 4
Dass Musik für Kinder nicht zwangsläufig kindisch sein muss, stellt der GORILLA CLUB mit "1-2-3-4!"(Oettinger audio) unter Beweis. Hinter der Affenbande stecken aber eben auch die Kölner IndiePopper Locas In Love samt etlicher prominenter Gäste und die wissen, wie man Eltern und Kinder gleichermaßen zum Hüpfen bringt. 4
Schlimm wird’s nochmal mit ROUGGEs "Cordes"(Green United). Möchtegern-avantgardistische, tatsächlich aber banale Musik ohne jede Komplexität in Arrangement und Orchestrierung. Dazu – wozu? - auch noch Gesang. Lieber nicht. 1
Da eher die KifferSounds von DATASHOCK, die uns neun "Kräuter der Provinz"(Bureau B) reichen. Nette GruppenImpros mit HippieGroove und wunderschönen Titelnamen: "Im Zuchtstall der Existenzhengste". 4
Weniger entspannt, viel frickeliger, aber nicht uninteressant ist der MathRock von PINIOL auf "Bran Coucou"(Dur et Doux), auch wenn das natürlich die 246. Variation des alten Themas ist. 3
LEBANON HANOVER spielen PlasticSynthieGruftPop mit teilweise deutschen Texten. "Ich möchte heute nicht mehr freundlich sein" ist eine strenge Ansage - "Let Them Be Alien" aber bis auf die albernen Momente, in denen der männliche Teil des GB/D-Duos seine Stimme in Grabestiefe zu senken sucht, dennoch ganz gelungen. 3
Besser jedenfalls als der komplett in den 80ern stecken gebliebene griechische 2er SELOFAN. Deren "Vitrioli"(beide Fabrika) beschränkt sich auf heulendes ColdWave-Epigonentum. 2
Eine herrlich nervöse dr-b-Basis bietet bei KAMAAL WILLIAMS "The Return"(Black Focus) den Ausgangspunkt für aufregende Reisen in das Grenzland von Jazz, HipHop und FuturePop. Quietschend wabernde Synth-Melodien, frakturierte Bläser, kalorienreiche Bässe aus South London – feine Sache! 4
Schlußkontrast: Deutscher Punk. Gibt's immer noch, manchmal sogar ohne peinlich zu sein. ANNE.FUER.SICH ist kein schlechter Bandname, "Runter vom Dach"(Motor) recht netter Mitgröhlpunkrock aus der Hosen- oder genauer, weil eben doch stark Collegerock-geprägt, Green-Day-Schule. 3
Aus MG kommen PANIKRAUM, ihr Debut "Kopfkino"(Majorlabel) hat noch Guido Lucas (RIP) im Bluebox-Studio aufgenommen. Düsterer Punk (das Info meint, die Songs seien "schiefergrau" und das stimmt) mit Anspruch (auch hier mit Texten im booklet bzw. LP-Einleger), korrekter Haltung und ordentlich Druck. Das Coverartwork ist – ganz Majorlabel-typisch – wieder so gelungen wie aufwendig.
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© 01. Juni 2018  WESTZEIT ||| Text: Karsten Zimalla ||| Datenschutz
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