(Modular/Rough Trade) Für ihr Debut hat die Band ziemliche Distanzen zurückgelegt, sowohl räumlich, als auch zeitlich. Inner Speaker wurde sowohl in Australien als auch im Staat New York aufgenommen und abgemischt, und dort jeweils in irgendwelchen Baumhäusern oder Blockhütten in den gottverlassensten Gegenden. Gute Gelegenheit mal in sich zu gehen und die innere Stimme und den dazugehörigen Sprecher zu besuchen - so ähnlich müssen sich Tame Impala das wohl gedacht haben. Dabei haben sie ein wüstensandverstaubtes, hippiesk-psychedelisches Rock-Monster getroffen, das an den Beatles, Hendrix, Cream, Kyuss und The Shins vorbei irgendwie den Weg zurück in die Gegenwart gefunden hat. Die ist trotz der unüberhörbaren 60er Jahre-Psychedelik (avec beacoup de LSD) deutlich herauszuhören. Woran Dave Fridmann, der zuletzt auch bei MGMT und OK Go seine Finger im Spiel hatte, großen Anteil haben dürfte. Für die heutigen Charts dürfte diese Platte trotzdem einen Tick zu sperrig sein, dafür scheren sich Tame Impala viel zu wenig um Harmonien und Hooklines. Ein Nachteil ist das aber keineswegs, denn auf Inner Speaker gibt es mindestens soviel zu entdecken wie auf einer Reise zum inneren Ich. *****
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